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Thorsten Legat im Interview - "Ich liebe den VfL"
"Der liebe Gott hat mir diesen Körper gegeben, und ich habe ihn geformt"

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Haben Sie jemals festgestellt, dass Kollegen aufgrund Ihrer Ausstrahlung Angst vor Ihnen hatten?

Ich bin mein Leben lang eine Figur gewesen, von der man sagt: „Der ist nicht normal.“ Ich stehe außen vor, immer noch.

„Der ist nicht normal“, das gilt auch in anderer Hinsicht. Bei den Aufnahmen zu den Mannschaftsfotos etwa waren Sie immer für einen Scherz gut. In Ihrer Schalker Zeit zogen Sie sich die Hose bis unter die Achseln. Die Aktion blieb unbemerkt, und das Bild erschien im „Kicker“-Sonderheft.

foto:fiiro

(lacht sich schief) Ja, ich war immer für einen Joke gut. Aber was soll ich machen? Wenn mir zwei Kollegen 1000 Mark für die Aktion bieten, dann wäre ich ja doof, wenn ich es nicht machen würde! Leider musste ich das Zehnfache an Strafe zahlen. Das habe ich nicht verstanden, das Sponsoren-Logo war ja schließlich noch zu sehen. Mittlerweile lache ich wieder darüber und der Rudi Assauer auch – damals war er aber an die Regularien gebunden.

Seit 2001 fehlen Sie aufgrund Ihrer Sportinvalidität auf diesen Fotos. Vermissen Sie die Bundesliga?

Ich würde den Jungs gern noch mal zeigen, was ein Zweikampf ist (lacht)!

Man hört, Sie seien damals in ein tiefes Loch gefallen.

Ja, das stimmt. Ich war schwer verletzt gewesen, und als ich wieder fit war, sagte man mir: „Es ist wohl besser, wenn du aufhörst.“ Das war das Ende. Ich bin ein Jahr lang in kein Stadion mehr gegangen, habe noch nicht mal mehr die Sportschau geguckt. Ich saß zu Hause. Meine Frau hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gesagt: „Was ist nur aus die geworden?“ Ich habe noch nicht mal Alkohol getrunken oder geraucht. Ich habe mich einfach nur versteckt.

Ihnen fehlte plötzlich auch die Möglichkeit, Ihre Aggressionen zu kanalisieren.

Ja, ich konnte meine Aggressionen nicht mehr in positive Energie auf dem Platz umwandeln. Meine Kinder kamen zu mir und haben mich gefragt: „Papa, was ist los?“ Und ich habe gesagt: „Papa hat Aua.“ Nicht mehr spielen zu können und gleichzeitig mit ansehen zu müssen, wie andere, die gesund sind, nicht alles geben – das waren seelische Schmerzen.

Haben Sie sich selbst in dieser Phase besser kennen gelernt?

Eindeutig. Ich habe Dinge über mich gelernt, die ich zu meiner aktiven Zeit nicht wusste. Das ist traumhaft. Jetzt fühle ich mich reif, als Trainer zu arbeiten. Die B- und A-Lizenz habe ich schon gemacht. Aber ob ich jemals im Profi-Bereich arbeiten werde – da muss ich ein großes Fragezeichen hinter machen. Das ist Glücksache.

Sind Sie auch durch Ihre skandalträchtige Vergangenheit gehandicapt?

Ich sag nur soviel: Da sollte jeder vor seiner eigenen Tür fegen. Ich bin über die Scheiße, die ich gebaut habe, nicht froh. Aber andererseits bin ich doch froh. Ich habe meine Lehren daraus gezogen.

Welcher Verein wäre denn Ihr Traumverein als Trainer?

Der VfL Bochum! Ich liebe den VfL!

Würden wir dort dann elf Thorsten Legats in der Mannschaft sehen?

Soll ich Ihnen ganz ehrlich was sagen? Nicht elf – 25!

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