Die drei Punkte waren um so wichtiger, zumal am nächsten Spieltag der Gruppe E (8. November) das schwere Gastspiel bei Spartak Moskau auf dem Programm steht. Im zweiten Gruppenspiel gewann der FC Zürich 2:1 beim tschechischen Meister Sparta Prag.
Vor 15.276 Zuschauern in der BayArena war Kießling in der 35. Minute nach einem Doppelpass mit Sergej Barbarez zur Stelle und markierte bereits seinen vierten Treffer in der laufenden UEFA-Cup-Saison. Der gebürtige Franke hatte schon mit drei Treffern in zwei Spielen gegen Uniao Leiria den Einzug in die Gruppenphase erst möglich gemacht. Allerdings ging dem Leverkusener Tor auf ein Handspiel von Kießling voraus, dass der schwedische Schiedsrichter Jonas Erikson nicht gesehen hatte.
Im 128. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte hatte Bayer gegen die von Sportdirektor Rudi Völler als stärksten Gruppengegner titulierten Franzosen aber große Probleme. Torchancen entwickelten sich meist nur nach Standardsituationen, ansonsten war das Leverkusener Spiel viel zu statisch und ideenlos. Anders dagegen die Franzosen, die durch schnell vorgetragene Konter immer wieder vor das Tor von Bayer-Schlussmann Rene Adler kam, allerdings im Torabschluss ihr Manko hatten.
So hätte der französische Cup-Sieger von 1957 bereits in der 14. Minute in Führung gehen müssen als Paulo Cesar aus halbrechter Position eine große Chance ungenutzt ließ. Kurz darauf sorgte Adler für eine Schrecksekunde, als er den Ball nach einer Ecke von Cesar nicht festhalten konnte und erst kurz vor der Linie unter Kontrolle brachte. Auf Leverkusener Seite hatte dagegen einzig Kießling noch eine gute Möglichkeit als er den Ball an die Latte setzte.
Im zweiten Durchgang wurde die Leverkusener Führung von Minute zu Minute schmeichelhafter, nachdem die Gäste eine Reihe von Großchancen besaßen. So hatten Fode Mansare (57.), Fabinho (58.), Andre-Pierre Gignac (61.), Achille Emana sowie erneut Mansare (jeweils 63.) innerhalb von sieben Minuten fünf hochkarätige Torchancen. Auf der Gegenseite waren dagegen gefährliche Aktionen im Leverkusener Spiel zu dieser Zeit Fehlanzeige. Vor allem Mittelstürmer Theofanis Gekas wirkte einmal mehr wie ein Fremdkörper und wurde folgerichtig nach gut einer Stunde ausgewechselt.
