Im zweiten Halbfinale trifft Rekordgewinner Russland als Sieger der deutschen Gruppe auf Vorjahressieger Schweden oder Tschechien, die sich am Freitagabend in Halle gegenüberstehen.
"Meine Mannschaft hat sich in diesem Spiel freigespielt. Das war in einigen Bereichen sehr schön, auch wenn wir das Spiel nicht überbewerten wollen. Wir haben noch Steigerungsbedarf. Die Serben haben gegen Russland auch viel Kraft gelassen", meinte Bundestrainer Heiner Brand und ergänzte: "Wir wollen uns hier als Weltmeister präsentieren und gewinnen, auch wenn es sich um ein Vorbereitungsturnier handelt."
Vor 7600 Zuschauern, die im Gerry-Weber-Stadion teilweise für WM-Stimmung sorgten, zeigte sich das deutsche Team gegenüber der Auftaktniederlage gegen die Russen (35:38) in allen Mannschaftsteilen deutlich verbessert. Im Tor boten der Hamburger Johannes Bitter und der Lemgoer Carsten Lichtlein eine starke Leistung, die Abwehr trat wesentlich aggressiver auf und im Angriff führten schöne Kombinationen immer wieder zu Torerfolgen.
Besonders Michael Kraus (Lemgo) und Pascal Hens (Hamburg) glänzten immer wieder mit schönen Zuspielen an den Kreis und auf die Außenpositionen. So setzte sich die Brand-Truppe von 9:9 (14.) auf 13:9 (18.) ab. Die schwachen Serben, die sich von Russland 36:36 getrennt hatten, konnten dem deutschen Angriffswirbel im ersten Durchgang trotz einer offensiven Deckung nicht viel entgegensetzen.
Da störte es auch nicht, dass Brand Torhüter Henning Fritz (Rhein-Neckar Löwen) ebenso eine Pause gönnte wie dessen Teamkameraden Oleg Velyky. Dafür feierte Frank von Behren nach 13 Monaten Pause sein Comeback im DHB-Trikot. Zwei Knieverletzungen und ein Daumenbruch hatten den Flensburger in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgeworfen. In seinem 159. Länderspiel kam der Olympia-Zweite von Athen erstmals in der 20. Minute in der Abwehr zum Einsatz.
Nach der Pause wechselte Brand munter durch und gönnte einigen Leistungsträgern vor der Begegnung am Samstag gegen Polen eine Pause, trotzdem setzte sich der Favorit bis zur 42. Minute auf zwölf Tore ab (30:18). Am 4. Februar dieses Jahres hatte die deutsche Mannschaft durch ein 29:24 im WM-Finale gegen die Polen in Köln den Titel gewonnen, während es in der Vorrunde gegen den vom Magdeburger Coach Bogdan Wenta trainierten Vizeweltmeister noch eine Niederlage (25:27) gegeben hatte.
