15 Matches endeten remis. Mut macht zudem die jüngste Vergangenheit: In den letzten fünf Heimspielen lauten die Zahlen 3-1-1.
Situation: Es ist nicht schlecht, wenn man so komfortabel an der Tabellenspitze steht, dass selbst eine Niederlage an der Thronposition nicht rütteln kann. Die Münchner haben sich schon früh abgesetzt und scheinen unbeirrt auf Titelkurs. Das können die Gastgeber nicht von sich behaupten. Sie sitzen im Mittelfeld fest und benötigen einen Kracher wie beim 3:0-Triumph gegen Werder Bremer, um vielleicht endlich in die erhoffte Erfolgsspur zu gelangen. Schon im Interesse der Spannung werden alle anderen Teams dem BVB dafür die Daumen drücken.
Vorbereitung: Selten war Trainer Thomas Doll so zufrieden, wie in der vergangenen Woche. Trotz leichter Blessuren oder Krankheiten einzelner Akteure (Wörns, Klimowicz, Kringe, Degen) hatte er endlich einmal einen vollen Trainingsplatz und konnte nach langer Zeit genüsslich das Wort Konkurrenzkampf in den Mund nehmen.
Kulisse: Wie nicht anders zu erwarten, ist der Signal-Iduna-Park mit 81.000 Zuschauern restlos ausverkauft. Traditionsgemäß decken sich die Bayern-Fans auch über Umwege mit Tickets ein, so dass mit rund 10.000 in Rot und Weiß gekleidete Anhänger gerechnet werden muss.
Krankenstation: Steht unmittelbar vor der Schließung. Auch die beiden letzten Patienten Sebastian Kehl sowie Alexander Frei hoffen, bald die Entlassungspapiere in die Hand gedrückt zu bekommen.
Das meint RS: Je länger ein Team ungeschlagen ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit einer Niederlage. Die kassieren die Mannen von der Isar heute zwar nicht, fliegen dafür aber lediglich mit einem Zähler zurück: 2:2.
Drei Fragen an Thomas Doll
Thomas Doll, sind die Bayern in dieser Spielzeit überhaupt zu schlagen?
Ich glaube, dass jeder meiner Kollegen, der in dieser Saison mit seiner Mannschaft gegen die Münchner antreten musste, die gleiche Frage zu hören bekommen hat. Sie haben seit April kein Spiel verloren und sie sind der Favorit, ganz klar. Über eine ganze Runde kann man ihnen nicht Paroli bieten, in einem Match schon. Entscheidend ist, dass wir uns auf unsere eigenen Stärken konzentrieren und nicht so viele Gedanken machen, welche Spieler von den Bayern im Kader oder auf dem Platz stehen. Wichtig ist zudem, wir müssen die Initiative ergreifen. Keiner, der aufläuft, soll sich schon vor oder während der Partie ein Autogramm holen. Unsere Fans wollen einen Fight sehen und wir können unseren Beitrag dazu leisten, dass die Münchner hier nicht locker aufspielen, als wäre es eine Trainingseinheit. In der Woche habe ich gesehen, dass jeder kapiert hat, dass ich nach dem Duell in Leverkusen zurecht gesagt habe, wir haben den Punkt mit Glück geholt. Ich habe keine Lust, an der Realität vorbei zu sprechen.
Die Innenverteidigung stand bisher nicht immer sicher, was ist mit der Alternative Martin Amedick?
Ich muss noch mal sagen, es lag nicht nur an unserer Innenverteidigung. Ich habe den Akteuren per Video aufgezeigt, dass das zu Unrecht so dargestellt wurde. Mit Martin hatte ich zuletzt ein Gespräch. Er muss einfach auf seine Chance warten, die anderen drei sind ihm noch einen Schritt voraus. Ich weiß, dass das ein Kicker, das nicht nur hören möchte, sondern auch spielen will. Doch ich muss ihm abverlangen, dass er Geduld hat.
Wie sieht es personell aus?
Florian Kringe hat am Donnerstag Probleme gehabt, deshalb habe ich ihn zwischenzeitlich rausgelassen. Diego Klimowicz, der ebenfalls nicht ganz fit war, hat inzwischen wieder voll mittrainiert, Philipp Degen ebenfalls. Bis auf Sebastian Kehl und Alexander Frei kann ich wohl aus dem Vollen schöpfen. Jeder hatte in dieser Woche die Chance, sich für die heutige Begegnung anzubieten.

