Eine Woche nach seinem 38. Geburtstag beendet der Edelreservist vom FC Arsenal mit seinen 50. Länderspieleinsatz eine mehr als vierwöchige Leidenszeit und will sich mit einer ähnlichen Leistung wie bei seinem letzten Pflichtspiel am 13. Oktober beim 0:0 in Irland für eine Rückkehr ins Tor der "Gunners" oder einen möglichen Vereinswechsel im Winter empfehlen.
Noch scheint sich die fehlende Spielpraxis nicht auf Lehmanns Leistung auszuwirken. Im Training präsentierte sich der Torwart hochkonzentriert und so gut wie fehlerfrei. Nach dem 0:3-Debakel gegen Tschechien, bei dem die deutsche Nummer eins gelbgesperrt fehlte, soll Lehmann gemeinsam mit der WM-Viererkette gegen Zypern der Abwehr wieder mehr Stabilität verleihen. "Im Nachhinein bin ich froh, dass ich gegen Tschechien gesperrt war. Das wäre ein sehr trauriges Jubiläum geworden. Am Samstag werden wir das besser gestalten", erklärte Lehmann, der trotz der prekären Situation bei seinem Klub bei der Pressekonferenz in der WM-Arena in Hannover einen sehr gelassenen Eindruck machte.
Gegen die Zyprer wird Lehmann die komplette WM-Viererkette mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Christoph Metzelder und Philipp Lahm vor sich haben. Das Mittelfeld gleicht dagegen nach den Ausfällen von Kapitän Michael Ballack, Torsten Frings, Bernd Schneider und Bastian Schweinsteiger, der ebenso wie Marcell Jansen auch gegen Wales nicht zur Verfügung stehen wird, eher einer Baustelle. Piotr Trochowski wird wohl die Rolle von Schweinsteiger ausfüllen, Thomas Hitzlsperger soll auf der Position von Schneider das Spiel der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ankurbeln.
"Unser komplettes Mittelfeld ist ausgefallen. Da müssen wir uns ganz genau überlegen, was für unser Spiel die beste Anordnung ist", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der auch den nominellen Angreifer Lukas Podolski in den Trainingseinheiten im Mittelfeld ausprobierte. Im Sturm werden wohl WM-Torschützenkönig Miroslav Klose und Mario Gomez von Beginn an auflaufen.
