Europapokalspiel im Februar ein Jubiläum in edlem Ambiente feiern. Das Weiterkommen in der Champions League würde auch die Position von Trainer Mirko Slomka in der Winterpause stärken, wenn Präsident Josef Schnusenberg wie angekündigt eine Bestandsaufnahme machen will.
Dabei muss sich auch der Trainer verantworten, den der Schalke-Chef schon öffentlich kritisiert hatte. Schnusenberg, der im Achtelfinale Mehreinnahmen in Höhe von zwölf Millionen Euro erwartet, bleibt trotz der zuletzt enttäuschenden Leistungen Optimist: "Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen."
Die Königsblauen, können mit dem erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde "Geschichte schreiben", wie Stürmer Kevin Kuranyi anmerkte. Auch weil sie mit nur drei Toren aus sechs Spielen als offensivschwächste Mannschaft der Champions League weiterkommen könnten. Seit der Einführung der Vorrunde mit acht Vierergruppen gelang bislang lediglich dem FC Villarreal 2005/06 dieses Kunststück.
Zweifel sind allerdings angebracht, ob Schalke nach zuletzt schwachen Leistungen wie beim 2:2 in Frankfurt das große Ziel tatsächlich erreichen kann. Besonders gegen defensiv ausgerichtete Gegner fehlten den Königsblauen die spielerischen Mittel. "Es ist Sand im Getriebe, natürlich bin ich mit der Spielweise nicht einverstanden", betonte Müller zum wiederholten Mal und ergänzte: "Gegen Rosenborg geht es um eine Trendwende für die gesamte Saison. Ich will das Funkeln in den Augen sehen, wir können etwas ganz Großes erreichen."
Der norwegische Rekordmeister, der am 3. November sein letztes Meisterschaftsspiel bestritt, bereitet sich schon seit Freitag in Essen auf das Vorrundenfinale vor. Rosenborg, bislang auswärts ungeschlagen, reicht ein Remis zum Weiterkommen. "Das wird ganz schwer, die sind auswärts bisher richtig gut aufgetreten", warnte Schalkes Kapitän Marcelo Bordon vor den Norwegern, die beim FC Chelsea 1:1 spielten und beim FC Valencia 2:0 gewannen.
Im Falle einer Niederlage droht Schalke sogar der Abschied von Europa. Denn sollte Valencia gleichzeitig in London punkten, wäre sogar der Trostpreis UEFA-Cup verloren. Dann dürfte die Zwischenbilanz in der Winterpause ernüchternd ausfallen: Denn angesichts des großen Rückstands in der Bundesliga auf den angestrebten Champions-League-Platz wäre der Vizemeister dann nur noch im DFB-Pokal auf Kurs - zu wenig für die großen Ambitionen des Traditionsklubs.
Verzichten muss Trainer Slomka, der "mit aller Macht und aller Kraft gewinnen" will, gegen Rosenborg weiter auf Abwehrspieler Christian Pander. Der Linksverteidiger, der eigentlich schon in Frankfurt sein Comeback geben sollte, erlitt bereits in der vergangenen Woche einen erneuten Innenbandanriss im linken Knie. Ob der 24-Jährige operiert werden muss, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Gesperrt ist Mittelfeldspieler Jermaine Jones, für ihn dürfte Zlatan Bajramovic als zweiter "Sechser" neben Fabian Ernst auflaufen. Nicht in Gefahr ist der Einsatz von Abwehrspieler Heiko Westermann, der wegen einer Verhärtung in der Wadenmuskulatur mit dem Training aussetzte.
