Als die Spieler um 19.10 Uhr das „Sirene Golf Hotel“ betraten, hatten die weiblichen unter den gut 150 S04-Fans in dem Viereinhalb-Sterne-Komplex ein Spalier gebildet. Schalker Liedgut mit dem guten, alten Klassiker „Blau und weiß ein Leben lang“ begleitete die Fußballer auf ihrem Weg ins Untergeschoss des Hotels, wo die Anhänger eine geräumige Bar mit Transparenten und Fahnen geschmückt hatten.
50 Minuten lang gingen die Profis mit den Fans auf Tuchfühlung, dann waren sie schon wieder weg. Sicher wären sie gerne länger geblieben und hätten sich über die Stimmung in der Kurve unterhalten, aber sie mussten noch zu Abend essen, nachdem sie nachmittags im Kraftraum des örtlichen Robinson-Clubs trainiert hatten. Die zahlreichen Bitten der Spieler, so einen schönen Abend doch möglichst schnell noch einmal zu organisieren, blieben unerhört, denn so viel Zeit haben die Fans hier schließlich auch nicht.
Wie die meisten meiner Kollegen befällt auch mich so langsam der Lagerkoller. Eine Woche im Trainingslager, ohne trainieren zu müssen, reicht wirklich. Gesprächsrunden mit guten Typen wie Gerald Asamoah sind da eine willkommene Abwechslung. Es war fast so lustig wie das Treffen mit Albert Streit, „Asa“ ist schließlich immer für einen lockeren Spruch gut. Auf meinen Einwand, die Gelsenkirchener Discoszene würde ihn schmerzlich vermissen, wenn er nicht bei Schalke bliebe, stieg er aber nicht wie gewohnt ein. Ausgehen sei kein großes Thema mehr, er sei inzwischen Vater und ruhiger geworden. Klar, der Gute hat ja auch etliche Doppelgänger und Lookalikes, die ihm einen schlimmen Ruf als Partygänger eingebracht haben.
Bis morgen,
Heiko Buschmann

