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Tagebuch aus dem Bochumer Trainingslager
Hoffenheim wächst und wächst

Ich habe schlecht geschlafen, denn ich war innerlich immer noch aufgewühlt. Über 40 Jahre musste ich zum Fußball rennen, um endlich mal ein Spiel der TSG Hoffenheim zu erleben. Welch ein Club! Es ist vielleicht ein Novum im Weltfußball, dass alle Einwohner des Ortes beim Verein angestellt sind. Wie sonst ist es zu erklären, dass während Chefcoach Ralf Rangnick mit seinem Co-Trainer redet zwei weitere Teambetreuer die Mannschaft aufwärmen und weitere zehn rumstehen, um die 15 Auswechselspieler zu umsorgen?

Hoffenheim wächst und wächst, da wird sich sicherlich auch noch ein Job für Lothar Matthäus finden. Die Problematik: In seinem „Navi“ ist Hoffenheim gar nicht zu finden.

Genauso bemerkenswert wie der Erstkontakt mit dem Deutschen Meister 2036 war das Erlebnis mit den Zaungästen am Rande der Test-Partie: Rentner, ausgestattet mit einem gesunden Halbwissen in Sachen Bundesliga, überwintern in La Manga und kommentieren jedes Testspiel (und davon gibt es vor Ort reichlich) von der ersten bis zur letzten Minute – ausgestattet mit Klappstuhl und Dosenbier.

Ist man gezwungen, da 90 Minuten zuzuhören, dann sehnt man den Abpfiff regelrecht herbei. Es muss auch wahnsinnig schwer sein, so viel Unsinn in so kurzer Zeit herauszuposaunen. In mein Nachtgebet schließe ich den Wunsch ein, dass sie am Donnerstag beim nächsten Test gegen Basel nicht hinter mir stehen. Nur gut, dass diese Zeitgenossen ein halbes Jahr hier bleiben werden.

Bis morgen,

Günther Pohl

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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