Die Begründung liegt auf der Hand: Schon weit vor Turnier-Beginn hatten die meisten Medienvertreter einen frühen Flug nach Trondheim gebucht – in dem Glauben, dass sich auch die DHB-Auswahl zeitig in die Hauptrunden-Stadt aufmachen würde. Doch die startete erst am Mittag, ehe eine letzte Trainings-Einheit vor dem morgigen Island-Match auf dem Programm stand. Dann wird erstmals auch Rolf Hermann dabei sein, der heute nachnominiert worden ist, um den Rückraum zu verstärken.
Während bei dem Lemgoer das EM-Fieber ausgebrochen ist, hält sich die Stadt Trondheim noch weitgehend zurück. Zwar hatte bereits die Vorrunden-Gruppe D in der schneeweißen Winterlandschaft ihr zu Hause, außer ein paar versprengten Fangrüppchen ist aber wenig von Internationalität zu spüren. Das könnte zugegebenermaßen auch daran liegen, dass das ungeschulte Auge kaum Isländer, Schweden und Norweger auseinander halten kann.
Immerhin lässt sich anhand zahlreicher Aufkleber ablesen, dass noch vor kurzem einige Schalker im Scandic Residence Hotel residierten – die Champions League macht’s möglich. Von deren Zuschauer-Zahlen sind die Handballer zwar noch weit entfernt, das Trondheim Spektrum dürfte ab morgen aber äußerst gut gefüllt sein. Das liegt zum einen an den Deutschen, zum anderen an den Nordlichtern, die von zahlreichen Landsleuten zum Turnier in der Nachbarschaft begleitet werden. Sogar eine ausverkaufte Halle scheint endlich in greifbarer Nähe. Wenn es so käme, Herr Hühnergarth wäre nicht überrascht…
Bis morgen,
Kai Griepenkerl
