Und das tun sie, sowohl gesanglich als auch optisch gelungen: Mit Polohemden, die eigens zur EM angefertigt wurden, Deutschland-Schals und – damit auch niemand vergisst, wer hier der Weltmeister ist – mit einer Papp-Krone auf dem Kopf. Nur der Schnurrbart fehlt, vielleicht kommt der später dazu. „Wir wollen noch Luft nach oben haben, genau wie unsere Mannschaft“, lachen die beiden Gocher.
Das darf man ihnen glauben, zumal sich die Strapazen der Anreise zunehmend verflüchtigen. Gemeinsam mit 30 Mitstreitern ging es von Lemgo aus per Bus nach Kiel, von dort mit der Fähre nach Oslo und dann weiter mit dem Auto nach Bergen. „Allein für die letzten 500 Kilometer von Oslo aus haben wir zehn Stunden gebraucht, weil die Straßen mit Schnee bedeckt waren“, stöhnt Jansen, der als ständigen Begleiter in der Hafenstadt einen Regenschirm ausgemacht hat.
Den Aufwand betreibt das Duo vom Niederrhein aber gerne, es ist schon ihr neuntes Turnier mit der DHB-Auswahl. „In den 80er Jahren bin ich zuerst zu den Gummersbacher Europacup-Spielen in der Dortmunder Westfalenhalle gegangen, später zu allen Heim- und Auswärtsbegegnungen. Und vor zehn Jahren sind wir dann bei der Nationalmannschaft gelandet“, grinst der 65-Jährige. Der „Transfer“ lag zum einen an der Personal-Politik seines VfL, zum anderen an Heiner Brand: „Ich kenne ihn persönlich gut, er begrüßt uns immer, wenn er uns sieht.“
Für die echten Fans haben sich die familiären Zeiten auch nach dem Handball-Boom des letzten Jahres nicht geändert. „Die Leute, die mit in Norwegen sind, kennen wir schon seit langem. Wir treffen uns immer bei den Turnieren“, berichtet Pfohl, die vor allem für Markus Baur schwärmt: „Wir kennen seine Eltern, auch die von Carsten Lichtlein. Da drückt man den Jungs beinahe automatisch etwas mehr die Daumen.“
Und was trauen die beiden ihrer Mannschaft zu? „Das Halbfinale ist drin“, legt sich Jansen fest, „vielleicht auch mehr.“ Man darf ihm Glauben schenken, schließlich hat er genug Turnier-Erfahrung…
