Bester Werfer in der Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand beim 39. Sieg im 61. Duell gegen den WM-Achten war der Nordhorner Holger Glandorf mit neun Toren.
"Wir haben die Isländer enorm unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Die ersten 25 Minuten waren sehr stark. Nach der Halbzeit ist es noch einmal eng geworden", sagte Bundestrainer Heiner Brand, der seiner Mannschaft nach der bitteren Lehrstunde gegen die Spanier (22:30) ein intensives Videostudium verordnet hatte. Sein Team hatte dabei offensichtlich gut aufgepasst.
Vor 1380 Zuschauern im verschneiten Trondheim erwischte der Europameister von 2004 einen Traumstart. Nach neun Minuten hatte die deutsche Auswahl gegen den EM-Siebten bereits eine 6:0-Führung herausgespielt. Dabei zeigte sich auch der gegen die Iberer katastrophal spielende Rückraum mit Glandorf, Pascal Hens und Markus Baur deutlich verbessert. Besonders Kapitän Baur führte an seinem 37. Geburtstag in der ersten Halbzeit mit kühlem Kopf Regie und setzte seine Nebenleute geschickt ein.
Die mit sechs Bundesliga-Legionären angetretenen Isländer, die in der Vorrunde gegen Frankreich und Schweden chancenlos gewesen waren, kamen erst in der zehnten Minute zum ersten Treffer, als der Gummersbacher Gudjon Valur Sigurdsson Torhüter Johannes Bitter überwand. Der Hamburger erhielt wie schon in der Vorrunden-Begegnung gegen Ungarn von Brand zunächst den Vorzug gegenüber WM-Held Henning Fritz und bot eine ordentliche Leistung.
Auch nach dem Blitzstart hatte der Olympia-Zweite die Begegnung zunächst im Griff. Die Abwehr ging gegen die kampfstarken Isländer aggressiv zu Werke, im Angriff wurden die Chancen zunächst konsequent verwertet. Die Folge war eine Neun-Tore-Führung in der 23. Minute (14:5), von der nach einer kleinen Schwächephase noch ein Fünf-Tore-Vorsprung zur Halbzeitpause übrig blieb.
Nach dem Wechsel kamen die Isländer, die vom Gummersbacher Trainer Alfred Gislason betreut werden, zunächst besser ins Spiel und auf drei Tore heran (18:21/39. Minute). Brand reagierte und brachte Fritz für Bitter sowie Michael Kraus für Baur auf der Spielmacherposition. Die Maßnahmen fruchteten mit etwas Verzögerung, und das deutsche Team, das auf den nachnominierten Rolf Hermann (Grippe) verzichten musste, steigerte sich wieder.
Island hat nach der dritten Niederlage keine Chance mehr, in die Vorschlussrunde einzuziehen. Das DHB-Team muss sich am Mittwoch (18.15 Uhr/live in der ARD) gegen die starken Franzosen und am Donnerstag (19.20 Uhr/live im ZDF) gegen die jungen Schweden weiter steigern, um den Halbfinaleinzug zu schaffen.
