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Tagebuch von der Handball-EM
Tag 11, Samstag, 26. Januar

Lillehammer ist ein schönes Örtchen. Und wenn es nicht so schön wäre, wäre es beinahe schon kitschig mit all seinem Schnee, den Bergen und Holzhäuschen. Die hochmoderne Hakons Hall passt auf den ersten Blick nicht so recht in das Bild, aber die Holzbalken unterm Dach machen viel gut. Das befriedigt den norwegischen Gemütlichkeits-Drang und versprüht trotzdem nicht den Schulsport-Charme, den die Vorrunde-Spielorte ausstrahlten.

Wesentlich spektakulärer, aber für die Zuschauer nicht sichtbar: Die 10.400 Zuschauer fassende Arena ist in einen Berg eingebaut. Den bekommen die Presse-Vertreter auf dem Weg von der Tribüne zur Mixed Zone zu sehen, denn er beginnt direkt hinter den Zuschauer-Rängen. Das erklärt auch die relative Kälte in der Arena.

Ob Lars Christiansen bei seinem Siebenmeter drei Sekunden vor Schluss deshalb so cool blieb? Vermutlich ist der Mann von Haus aus eiskalt. Die Deutschen hingegen waren sichtlich heiß, aber leider nicht mehr mit dem nötigen Sprit im Tank. So trifft man morgen erneut auf die Franzosen mit ihrem Vulkan-Trainer Claude Onesta.

Auch wenn es nur um Platz drei geht, es wird ein letztes Mal brodeln. Allerdings nur beim Brand-Team, die Hakons Hall erwartet danach schließlich noch ein großes Finale. Und da wird definitiv entschieden, ob die coolen Dänen oder die heißblütigen Kroaten die Nase vorn haben – Berg hin oder her.

Bis morgen,
Kai Griepenkerl

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