Jermain Jenas erzielte in der 40. Minute das erste englische Tor in der Ära Capello. Nach dem Ausgleich der Schweizer durch Eren Derdiyok (58.) schoss Shaun Wright-Phillips (60.) das entscheidende Tor für den Weltmeister von 1966, der sich den Erfolg nach schwacher erster Hälfte mit einer deutlichen Leistungssteigerung in Halbzeit zwei verdiente.

Geglückter Einstand: Fabio Capello. (Foto: firo)
Vor dem 1:0 waren Joe Cole und Wayne Rooney am gut aufgelegten Schweizer Torhüter Diego Benaglio vom Bundesligisten VfL Wolfsburg gescheitert. Allerdings war Mario Eggimann vom Karlsruher SC (27.) per Kopfball zuvor dem Führungstreffer nahe.
Capello hatte sich mit disziplinarischen Maßnahmen und der Ausbootung von Superstar David Beckham, der sein 100. Länderspiel hätte absolvieren können, Respekt verschafft. Vor dem Spiel, dass der deutsche Schiedsrichter Felix Brych leitete, wurde zunächst eine Schweigeminute für die Opfer der Flugzeugkatastropfe von München vor 50 Jahren eingelegt. Damals waren insgesamt 23 Menschen, darunter auch acht Spieler der hochtalentierten ManU-Mannschaft, ums Leben gekommen.
Die EM-Favoriten sind derzeit überwiegend noch nicht in Topform. Weltmeister Italien gewann in Zürich 3:1 (1:0) gegen Portugal, "Vize" Frankreich dagegen musste in Spanien ein 0:1 (0:0) hinnehmen. Otto Rehhagel verbuchte mit Europameister Griechenland auf Zypern nur 24 Stunden nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Tschechien ebenfalls den zweiten Sieg. Gegen Finnland setzten sich die Hellenen in Nikosia mit 2:1 (0:0) durch.
Für die EM-Teilnehmer aus Schweden, Rumänien und der Türkei begann die heiße Phase der EM-Vorbereitung dagegen enttäuschend. In Istanbul trennten sich die Türkei und Schweden 0:0, Rumänien verlor in Tel Aviv in Unterzahl nach einer Roten Karte für Florentin Petre (23.) sogar 0:1 (0:0) gegen Israel.
In Zürich brachte Torjäger Luca Toni von Bayern München Italien auf Kurs. Der beste Schütze der laufenden Bundesliga-Saison erzielte gegen Vize-Europameister Portugal kurz vor der Pause den psychologisch wichtigen Führungstreffer der Azzurri. Andrea Pirlo (50.) und Fabia Quagliarella (79.) erzielten die weiteren Treffer für die Italiener. Ricardo Quaresma hatte für Portugal den Anschlusstreffer zum 1:2 markiert (77.). Für Spanien traf in Malaga Joan Capdevila in der 80. Minute.
In einigen weiteren Begegnungen trugen sich Profis aus den Bundesligen in die Torschützenliste ein. Stanislav Sestak bewahrte die Slowakei vor einem Fehlstart ins Länderspieljahr, der Stürmer vom VfL Bochum erzielte in Limassol auf Zypern gegen Ungarn das Tor zum 1:1 (0:0)-Endstand. Nikolce Noveski vom FSV Mainz 05 traf für Mazedonien beim 1:1 (0:1) gegen Serbien, Mittelfeldspieler Efstathios Aloneftis von Energie Cottbus für Zypern beim 1:1 (1:0) gegen die Ukraine.
Die Tore für Polen erzielten in Larnaca Wojciech Lobodzinski (6.) von Zaglebie Lubin und Mariusz Lewandowski (29.) bereits in der ersten Halbzeit. In Split trafen Johnny Heitinga (9.) und Klaas Jan Huntelaar (36.) ebenfalls früh für die Niederländer, Jan Vennegoor of Hesselink (88.) sorgte für den Endstand.
Deutschland spielt bei der EM-Endrunde am 8. Juni zunächst in Klagenfurt gegen Polen, drei Tage später folgt an gleicher Stätte das Duell mit Kroatien. Zum Abschluss der Gruppenphase trifft die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Wien auf Co-Gastgeber Österreich.
