Dennoch mussten die Düsseldorfer die „Schwachstelle Marsters“ erst einmal finden und in Tore ummünzen – daher legte sie von Beginn an los wie die Feuerwehr: Publikumsliebling Tore Vikingstad, der die Metro Stars in Richtung Hannover verlassen wird, zeigte gleich einmal seine professionelle Einstellung gegenüber seinem derzeitigen Arbeitgeber und netzte nach nur 41 Sekunden zum 1:0 ein.
Und als nur vier Minuten später – und dazu noch in Unterzahl – Kapitän Daniel Kreutzer den Puck zum 2:0 in den Winkel hämmerte, hatte der einst so gefürchtete und in dieser Spielzeit so enttäuschende „KVK-Sturm“ seine Wiederauferstehung gefeiert. Einzig Klaus Kathan blieb aus dem Trio an diesem Abend unter seinen Möglichkeiten.
Die starke Anfangsphase trug indes – wie so oft in dieser Saison – nicht dazu bei, dass sich die Nerven der Landeshauptstädter beruhigten. Verteidiger Marian Bazany, der seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert hat, leistete sich einen Puckverlust und Jan Alinc brachte die Pinguine wieder heran. Als dann auch noch Kathan die Scheibe vertändelte und Krefeld das 2:3 erzielte, war die Partie wieder offen.
Trainer-Manager Lance Nethery kommentierte diese Situation nach dem Spiel so: „Nach dem 3:0 waren wir ein wenig überrascht und wussten nicht so recht, wie wir darauf reagieren sollten. Wie lange ist es her, dass wir 3:0 geführt haben?“ Die beißende Ironie des Kanadiers war durchaus gerechtfertigt, denn die Metro Stars wankten und hatten es einmal mehr ihrem Top-Scorer zu verdanken, dass sie den Lohn für ihre starke Anfangsphase auch ernten konnten: Rob Collins, vor der Partie als „MVP“ - also wertvollster Spieler – des Monats Januar ausgezeichnet, erzielte das vorentscheidende 4:2 kurz nach Beginn des letzten Drittels und er stellte den Zwei-Tore-Vorsprung auch wieder her, nachdem Patrick Hager zwischenzeitlich den Anschluss geschafft hatte.
Bei Collins' zweitem Treffer hatte Krefelds Coach Jiri Ehrenberger aber Marsters schon für den sechsten Feldspieler vom Eis genommen, und so hatte auch Brandon Reid nur wenig Mühe, den Endstand zu erzielen.

Bewies trotz seines feststehenden Wechsels eine professionelle Einstellung: Tore Vikingstad. (RS-Foto: firo)
Mit diesem Derby-Sieg hat nicht nur der „KVK-Sturm“, sondern auch die DEG in der Liga eine kleine Wiederauferstehung gefeiert, denn nun sind die Pre-Play-offs wieder absolut erreichbar. Aktuell stehen die Düsseldorfer auf Rang zehn, doch bis Rang acht – also zu den Pinguinen – ist noch alles möglich, denn zwischen Platz zwölf und acht liegen nur sechs Punkte.
Dabei haben die Metro Stars allerdings ein bis zwei Spiele mehr als die Konkurrenz bestritten – ausruhen können sie sich also auf dem Derby-Erfolg nicht. Am morgigen Freitag muss beim Aufsteiger Wolfsburg nachgelegt werden.
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