Entsprechend verärgert zeigte sich Marcel Maltritz. "Dass du auswärts so ausgekontert wirst, das darf eigentlich nicht sein. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen."
Nach dem 3:1-Erfolg am Donnerstag im UEFA-Cup beim FC Zürich begannen die Hamburger von Anfang an sehr druckvoll und konzentriert. Nationalspieler Piotr Trochowski übernahm anstelle des verletzten Kapitäns Rafael van der Vaart die Regentenrolle im Mittelfeld und lenkte das Hamburger Spiel insgesamt überzeugend. Allerdings fehlte zunächst wie so oft die letzte Durchschlagskraft im gegnerischen Strafraum. Große Chancen waren so in den ersten 30 Minuten Mangelware. Für die Gastgeber war lediglich ein Vorstoß von Collin Benjamin (10.) sowie ein Freistoß von Trochowski (22.) erfolgversprechend. Der sehr defensiv eingestellte VfL hatte seinen einzigen Torschuss im ersten Durchgang in der 39. Minute, als Tomasz Zdebel aus 23 Metern weit über das Tor schoss.
Die Hamburger Führung fiel so etwas überraschend. Als die Norddeutschen im Mittelfeld einmal Platz zum kombinieren hatten, ging es plötzlich ganz schnell: Paolo Guerrero schickte Trochowski, dessen Querpass im Strafraum der Kroate Olic aus sechs Metern nur noch über die Linie drücken musste. Olic hatte eine Minute vor der Pause eine weitere gute Gelegenheit, sein Freistoß wurde von Torwart Jan Lastuvka allerdings mit Mühe pariert.
Nach dem Wechsel bemühten sich die Bochumer, die nur eine der letzten sechs Partien gewinnen konnten, um mehr Offensive, während der HSV auf Konterchancen wartete. Guerrero scheiterte dabei nach Flanke des starken Olic in der 58. Minute mit einem schwachen Kopfball an Lastuvka.
Die größte Chance für die Westfalen zum Ausgleich hatte in der 62. Minute Zdebel, der aus 13 Metern freistehend am Hamburger Tor vorbeischoss. Praktisch im Gegenzug besorgte Jarolim dann die Vorentscheidung. Der Tscheche staubte nach einem Schuss von Vincent Kompany eine zu kurze Abwehr von Lastuvka ab. Zum 3:0 nutzte er eine erstklassige Vorarbeit von Olic. Die Partie war in diesem Augenblick praktisch entschieden. "Heute hat der letzte Pass, die letzte Flanke und die letzte Überzeugung gefehlt. Der HSV hat nur das Nötigste gemacht - und das hat gegen uns heute gereicht."
HSV-Trainer Huub Stevens strahlte dafür auf der ganzen Linie. "Ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben gegen ein gutes Team gespielt aber ich denke, wir waren über 90 Minuten die klar bessere Mannschaft."


















