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11 interessante Beobachtungen vom 20. Spieltag!
Das Weltraummonster "Predator", blinde Hamster und die zweiten Gedanken

„Unsere Zeit ist so aufregend“, sprach einst Samuel Beckett, „dass man die Menschen eigentlich nur noch mit Langeweile schockieren kann.“ Danke, liebe Bundesliga! Du hast uns auch an diesem Spieltag wieder im Mark erschüttert.


1.
Angesichts der großtantigen Beflissenheit, mit der ARD-Kommentator Steffen Simon die Metaphern, Analogien und Sinnsprüche für seine Spielberichte auswählt, ist es recht gut vorstellbar, dass er in seiner Freizeit Weisheiten in gerahmte Stoffstücke stickt und seine Kollegen zwingt, sie sich über den Schreibtisch zu hängen. So etwa: „Ohne Arbeit früh und spät / Wird Dir nichts geraten / Der Neid sieht nur das Blumenbeet / Aber nicht den Spaten.“

2.
„Premiere“-Experte Olaf Thon suchte eine Erklärung, warum Schalkes Kevin Kuranyi eine hochprozentige Chance in erbärmlicher Manier versiebt hatte, fand sie und gewährte uns damit Einsicht in die mentale Tagesbilanz eines Bundesligaprofis: „Da macht er sich den zweiten Gedanken.“

3.
Iulian Filipescu, Mihai Tararache, Blagoy Georgiev – die Mannschaft des MSV Duisburg ist derzeit ungefähr so homogen wie die militärische Spezialeinheit, die es, angeführt von Dutch Schaefer (Arnold Schwarzenegger = Rudi Bommer), im Urwald Zentralamerikas mit dem Weltraummonster „Predator“ aufnehmen muss.

4.
Nürnbergs neuer Trainer Thomas von Heesen verlangte vor dem Spiel gegen den SV Werder Bremen „mehr Leidenschaft“ von seinen Jungs. Über Umwege ist uns nun sein kompletter Forderungskatalog zugespielt worden. Darin steht außerdem: „Mehr Grätschen“, „Mehr gewonnene Zweikämpfe“, „Mehr Tore“, „Weniger Gegentore“, „Mehr Siege“, „Weniger Niederlagen“ und schließlich zusammenfassend: „Mehr Erfolg“.

5.
Wenn Dortmunds Florian Kringe dribbelt, erinnert er an einen Mann, der beim sonntäglichen Grillen versehentlich einen Flächenbrand in seinem Vorgarten gelegt hat und nun versucht, mit schon halb geschmolzenen Sandalen an den Füßen die Flammen daran zu hindern, auf die Hundehütte überzugreifen.

6.
Beim Spiel zwischen Hertha BSC und Arminia Bielefeld glich die Stimmung im Berliner Olympiastadion über weite Strecken der im Römischen Kolosseum – wenn dort nicht Gladiatoren, sondern blinde Hamster gegeneinander angetreten wären.

7.
Angesichts der Ähnlichkeit Lucien Favres mit dem Kinderliedermacher Rolf Zuckowski drängt sich einem die unangenehme Vorstellung auf, dass der Hertha-Trainer seinen Spielern durch das Absingen des Gassenhauers „He, Du da im Radio“ das Prinzip der Bundesligakonferenz zu erklären versucht.

8.
Das wäre immerhin noch erträglicher, als wenn Hertha-Stürmer Solomon Okoronkwo „Dro Chonosen mot dom Kontroboss“ sänge.

9.
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder trug bekanntermaßen den aus seiner Jugend beim TuS Talle herrührenden Kampfnamen „Acker“. Nachdem nun auch seine Amtsnachfolgerin Angela Merkel mit dem Fußball zu flirten begonnen hat, warten wir auf die Enthüllung ihres Pseudonyms. Soviel steht schon jetzt fest: „Bomber“ – das hätte „was“.

10.
Ist Grafite tatsächlich der beste Wolfsburger Stürmer seit Siggi Reich (94 Tore in 178 Spielen)?

11.
Wenn man vom VfL-Trainer Felix Magath erwartet, er möge angesichts der ansteigenden Erfolgskurve seiner Mannschaft auf die Euphoriebremse treten, so ist das sicherlich nicht zuviel verlangt. Er muss nur anfangen zu sprechen.

Spieltag

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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