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Moskitos Essen - Landshut Cannibals 1:0 / Hätinen überragend
Die Entdeckung der Defensive

Was für ein Lebenszeichen! Die Moskitos Essen feiern das erste Wochenende nach der finanziellen Last-Minute-Rettung mit zwei Siegen und sechs Punkten. Beim 1:0-Erfolg gegen die Landshut Cannibals bewies die Truppe von Trainer Jari Pasanen am heimischen Westbahnhof dabei bereits Play-off-Form.

Wie schon das Resultat erahnen lässt, standen vor 1419 Zuschauern besonders die Torhüter im Mittelpunkt - beide Goalies brachten die gegnerischen Angriffsreihen schier zur Verzweiflung. Landshuts Martin Cinibulk hatte dabei gegenüber Markus Hätinens Team lediglich einmal das Nachsehen. Während Gäste-Kapitän Kamil Toupal gerade 19 Sekunden in der Kühlbox kauerte, beförderte Günter Oswald den Puck über die Plexiglasscheibe, es setzte folgerichtig zwei Minuten wegen Spielverzögerung. Cannibals-Coach Andreas Brockmann schwante bereits Übles: "Gegen Essen eine Minute und fünfzig Sekunden in doppelter Unterzahl zu überstehen, ist fast unmöglich." Wenige Sekunden später wurde seine Vorahnung bestätigt: Martin Bartek hielt einfach mal drauf - das 1:0 (31.).

In der zweiten Drittelpause sorgten "Moskito" Boris Lingemann und "Kannibale" Dominik Quinlan zwischendurch auch noch außerhalb der Spielzeit für Unterhaltung und lieferten sich einen blitzsauberen Boxkampf. Lingemann behielt die Oberhand, beide bekamen 14 Minuten aufgebrummt, die Fans dankten es mit stehenden Ovationen.

Spieler des Abends beim ESC: Goalie Markus Hätinen. (RS-Foto: Neumann)

Danach standen jedoch noch 20 Minuten in der Disziplin Eishockey auf dem Plan. Dass das Schlussdrittel ohne Gegentreffer verlief und Bartkes Treffer schließlich zum Tor des Tages wurde, verdiente sich der ESC dabei durch einen weiterhin kämpferisch starken und cleveren Auftritt. Sowie einen überragenden Markus Hätinen, der bei den, wenn auch bisweilen recht sporadischen, Angriffs-Bemühungen der Bayern stets auf dem Posten war. "Eine seiner besten Leistungen für uns", konstatierte Pasanen anschließend, wenngleich er Cinibulk zum "besten Mann auf dem Eis" erklärte.

Denn eigentlich hätten die Essener den Erfolg auch noch deutlicher gestalten können, hätte der 32-Jährige im Gäste-Gehäuse nicht einen "Sahnetag" erwischt und nach dem Führungstor alles entschärft, was Bartek & Co. abfeuerten. So blieb es am Ende beim verdienten 1:0-Erfolg über den Tabellenzweiten, der nun bereits die vierte Auswärtsniederlage in der Fremde hintereinander einstecken musste.

Bemerkenswert auf Essener Seite: In den zwei Partien des Wochenendes kassierten die "Stechmücken" nur einen Gegentreffer, obwohl man sich bis dato die drittmeisten der Liga einfing und für offensives Eishockey bekannt ist. Dazu der Trainer: "In den Wochen vor den Play-offs geht es darum, Fehler zu vermeiden und möglichst defensiv zu arbeiten."

Für die Hausherren bedeutete dieser Sieg aber nicht nur drei wichtige Punkte im Kampf um eine möglichst günstige Play-off-Platzierung, sondern war - nur eine Woche nach den turbulenten Szenen im Nachgang des letzten Heimspiels - auch emotional von großer Bedeutung für Fans und Verantwortliche. Pasanen: "Die Spieler haben alles für die Moskitos gegeben. Es ist eine Riesen-Last von unseren Schultern gefallen - sportlich wie auch anderweitig."

Statistik:
Tor: 1:0 (30:13) Bartek (Sochan, Beuker, 5-3) Strafen: 16 + 10 Lingemann Landshut: 26 + 10 Quinlan – Schiedsrichter: Awizus Zuschauer: 1.419

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