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DEG: Nicht mal Geheimfavorit auf den Titel
"Chance, Saison noch zu retten"

Gerechnet hatte niemand mit dem insgesamt schwachen Abschneiden der DEG Metro Stars in der aktuellen Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Vor der Saison zählten die Düsseldorfer immerhin zu den Meisterschafts-Favoriten. Nun, vor den Play-offs um die deutsche Meisterschaft, hat die DEG niemand mehr auf dem Zettel.

Nach einer enttäuschenden Vorrunde muss der achtmalige Champion den beschwerlichen Umweg über die Qualifikation nehmen, um doch noch in den Titelkampf eingreifen zu können.

"Wir fangen wieder bei Null an und haben die Chance, die Saison noch zu retten", verkündete Trainer und Manager Lance Nethery vor dem ersten Vor-Play-off-Duell heute (19.30 Uhr) bei den Hannover Scorpions. Zwei Siege sind in der "best-of-three"-Serie nötig, um das Viertelfinale zu erreichen. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir gewinnen", sagte Torjäger Klaus Kathan, der zusammen mit seinem Sturmkollegen Tore Vikingstad zur nächsten Saison zu den Niedersachsen wechselt: "Es wäre ein schöner Spaß, Hannover rauszukegeln."

Auch wenn Kathan am Saisonende gerne die Schlagzeile "Wie die Deppen doch noch Meister wurden" lesen würde, den Titel traut der DEG niemand mehr zu. In der Trainer-Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) vor dem Play-off-Start nannte nicht ein Eishockey-Lehrer die Düsseldorfer. Auch die Hamburg Freezers, denen vor Saisonbeginn immerhin Außenseiterchancen zugestanden worden waren, hat kein Coach auf der Rechnung. Die Hanseaten gehen allerdings mit dem Rückenwind von acht Siegen in Folge in das erste Vor-Play-off-Spiel heute (19.30 Uhr/live bei Premiere) gegen den ERC Ingolstadt.

In die Favoriten-Rolle haben sich die Nürnberg Ice Tigers gespielt. "Es ist das Topteam der Liga, spielt eine perfekte Saison, ist sehr konstant und hat viel Tiefe im Kader", lobte Mannheims Coach Dave King den Vorrundenersten, den sechs von zehn Trainern als aussichtsreichsten Titelanwärter sehen.
Nürnbergs Coach Benoit Laporte hat genaue Vorstellungen von den nächsten Wochen. "Ich will Meister werden. Das Finale ist die Vorgabe, alles andere wäre eine Enttäuschung", erklärte der Kanadier, den es besonders reizt, einen Klub erstmals zu einem Titelgewinn zu führen. Wenn er diese Aufgabe erfüllt hat, will er gehen.

Gilt als Top-Meisterschaftsfavorit: Coach Benoit Laporte und seine Sinupret Ice Tigers. (RS-Foto: firo)

"Sollte es soweit sein, heißt es für mich, wieder zu einem Team zu gehen, das noch nie Meister wurde", sagte der 47-Jährige den Nürnberger Nachrichten: "Ich bin kein Trainer, der vier, fünf Jahre an einem Ort bleiben kann." Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass er sich verabschiede, wenn die Ice Tigers den Titel gewinnen. Seit Wochen ist Laporte bereits in der Schweiz, zuletzt vor allem beim EHC Basel, im Gespräch.

Laporte ärgert weiterhin, dass Klubchef Günther Hertel noch immer kein klares Ja-Wort für sein Engagement in der kommenden Saison gegeben hat. So hängen die Planungen in der Luft. "Die Höhe des Etats kennen wir auch heute noch immer nicht", beklagte sich der Trainer, der die "Eistiger" im vergangenen Jahr ins Finale und nun zum zweiten Mal nach 1999 zum Vorrundensieg geführt hat.

Härtester Konkurrent für Nürnberg, so meinen die DEL-Trainer, ist Titelverteidiger Adler Mannheim. Vier Coaches nannten den DEL-Rekordmeister, der erst nach der Trennung vom ehemaligen Bundestrainer Greg Poss unter Trainer-Oldie King in die Erfolgsspur zurückfand. Der Branchenführer mit dem Rekordetat von acht Millionen Euro landete zwar hinter dem Überraschungsteam Iserlohn Roosters, doch nicht nur für Frankfurts Rich Chernomaz ist klar: "Die Adler haben immer noch die größte Tiefe im Kader."

Auf einer Welle der Euphorie reitet Iserlohn. Nach dem erstmaligen Viertelfinal-Einzug seit 21 Jahren haben die Sauerländer noch viel vor. "Wir haben noch eine lange Reise vor uns, jetzt ist alles möglich", sagte Topscorer Robert Hock. Und Trainer Rick Adduono verkündete siegesgewiss: "Iserlohn wird Meister."

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