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Bochum: Schwenken spricht sich für eine zentrale Vermarktung aus
Kluft darf nicht größer werden

Die Meldung, dass die zentrale Vermarktung der Bundesliga gefährdet ist, sorgte vor allem bei den sogenannten "Kleinen" für helle Aufregung.

Natürlich wäre auch der VfL Bochum davon betroffen, würde die Zentralvermarktung der Bundesliga von der EU bzw. vom Kartellamt gekippt. In einem Interview mit RevierSport gab Vorstandsmitglied Ansgar Schwenken allerdings Entwarnung und signalisierte Optimismus, dass die Zentralvermarktung auch über den jetzigen Vertrag bis zum 30.6.2009 hinaus Bestand haben wird.

Herr Schwenken, was läuft da hinter den Kulissen?

Ab dem 1. Juli 2009 soll der neue Zentralvermarktungs-Vertrag in Kraft treten. Die EU hat nun den Antrag an das deutsche Kartellamt zurückgewiesen, um das Vertragswerk prüfen zu lassen. Im Moment befindet sich das Kartellamt in einer Phase der Meinungsbildung. Es hat schon vor einiger Zeit Gespräche mit der DFL gegeben. Inzwischen hat das Kartellamt die Vereine aufgefordert, bis Mitte nächster Woche zur Zentralvermarktung Stellung zu beziehen.

Welche Position nimmt der VfL ein?

Von uns gibt es ein klares Votum für die Zentralvermarktung, und das hat gravierende Gründe.

Was spricht konkret aus Sicht des VfL dafür?

Erstens: Die Zentralvermarktung ist lebenswichtig, damit die Kluft zwischen Groß und Klein nicht weiter auseinander geht, der sportliche Wettbewerb existent bleibt und damit auch die Liga interessant. Man kann das ja mal weiterdenken. Wird die Kluft größer, leidet die Attraktivität. Ist das der Fall, kommen weniger Zuschauer, die Sponsoren verlieren das Interesse. Und dann gibt es auch weniger TV-Gelder. Zweitens: Es müsste zunächst juristisch geprüft werden, wie es bei einer dezentralen Vermarktung aussieht, wenn zum Beispiel Schalke gegen Bremen spielt. Wer sagt denn, dass die Rechte ausnahmslos bei der Heimmannschaft liegen? Denn schließlich ist der Gegner ja nicht unwesentlicher Bestandteil der Veranstaltung. Außerdem ergibt sich die Wertigkeit eines Spiels doch aus dem Gesamtpaket Bundesliga von 306 Spielen. Denn löst man die Partie Bremen gegen Bayern aus dem Spielbetrieb heraus, ist es doch kein Meisterschafts- sondern ein Freundschaftsspiel.

Gibt es noch weitere Argumente gegen eine dezentrale Vermarktung?

Gewiss. Für die unteren Vereine ist doch eine Nachwuchsförderung gar nicht mehr möglich.

Wie sieht es denn derzeit in den anderen europäischen Ländern aus?

Bis auf Spanien und Italien, aber dort nur bis zum Ende des jetzigen Vertrages, werden alle anderen Ligen zentral vermarktet. Mit Zustimmung der EU gilt das auch für die Champions League und den UEFA-Cup. Das signalisiert klar, dass die EU die Zentralvermarktung als das einzig vernünftige Instrument ansieht. Und deshalb bin ich sicher, dass auch der nächste Vertrag eine Zentralvermarktung beinhalten wird.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

RevierSport anne Castroper
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