Bislang sieht es gut aus für die Truppe von Trainer Lothar Schrade, denn nach 17 absolvierten Liga-Partien konnte noch kein Team den Borussen das Wasser reichen. Grandiose 15 Siege wurden eingefahren, und zwar nicht durch bloßes 1:0-Taktieren, sondern teils berauschende Offensivleistungen. Das Torverhältnis von plus 70 Treffern spricht eine deutliche Sprache. Folgerichtig führt der noch junge Club mit sechs Punkten Vorsprung auf den ärgsten Konkurrenten Rhenania Hinsbeck III die Tabelle der Kreisliga C1 im Kreis Kempen–Krefeld an und ist kaum noch aufzuhalten auf dem nächsten Schritt der nach oben offenen Erfolgsleiter.
Tor
Marc Peter 31 Jahre
Karsten Drews 19 Jahre
Abwehr
Michael Falk 45 Jahre
Thomas Winkels 40 Jahre
Kai Maronn 28 Jahre
Lazarus Mavridis 34 Jahre
Thomas Ristau 42 Jahre
Mittelfeld
Osama Abo El Haytam 29 Jahre
Rimkus Zyndrunas 33 Jahre
Almir Husejnovic 23 Jahre
Fehmi Housein 33 Jahre
Jörg Wyrobisch 28 Jahre
Jürgen Ploenes 38 Jahre
Sturm
Mustafa Osoy 22 Jahre
Tim Hansen 24 Jahre
Adrian Krasniqi 23 Jahre
Andre Reimelt 27 Jahre
Torsten Mertens 29 Jahre
Trainer
Lothar Schrade 39 Jahre
Geht es nach Ralf Holländer, Gründungsmitglied, Pressewart und Vorsitzender der Borussen in Personalunion, soll es im Rekordtempo bis hoch in die Bezirksliga gehen: „Denn dort war ich bereits mit Schwarz-Weiß Elmpt, bevor wir uns als Splittergruppe vom alten Club abgespalten haben.“ Auch dort war Holländer Vorstandsmitglied, unüberbrückbare Differenzen führten jedoch zur Trennung – und zur Geburtsstunde von Borussia Venekotensee.
„Im Grunde ist alles aus einer Laune heraus entstanden“, versucht Schrade, die turbulenten Ereignisse im November des Jahres 2006 zusammenzufassen: „Die hat dann langsam Formen und Strukturen angenommen, so dass wir den Club anmelden konnten. Das war eine schöne Sache, aber schnell kam die Frage auf, was uns das eigentlich nützt, wenn wir keine Mannschaft haben.“
Und so machten sich Schrade, der selbst im Kreis aktiv Fußball gespielt hatte und daher über hervorragende Kontakte verfügte, und Holländer auf die unerwartet leichte Suche nach einer funktionierenden Truppe, die zu Beginn der Saison 2007/2008 die hohen Erwartungen der Führungsriege umsetzen sollte. „Ein paar Jungs sind uns von Schwarz-Weiß Elmpt gefolgt, viele andere habe ich allerdings aus der Rente zurückgeholt“, verrät Schrade mit breitem Grinsen, sichtlich stolz auf seine Überredungskünste: „Mir ist kaum einer abgesprungen.“
Der Altersschnitt der Borussen ist dementsprechend hoch, doch die Furcht, dass es die alten Recken nicht packen könnten, war absolut unbegründet, wie der 39-Jährige betont: „Läuferisch sind wir sicher nicht die Stärksten in der Liga, aber unsere geballte Erfahrung macht das mehr als wett.“
Trotzdem musste der vierfache Familienvater seinen Platz an der Bande des Öfteren aufgeben, um selbst aktiv ins Geschehen einzugreifen. „Das war vorher sicher nicht so geplant und soll auch nicht zur Dauerlösung werden, schließlich erreiche ich in diesem Jahr die magische 40er-Grenze“, schmunzelt der Linienchef, bevor er seine Position auf dem Feld definiert: „Ich tauge nur noch als letzter Mann, denn mit dem Laufen geht bei mir nicht mehr viel. Ich denke aber auch, dass ich von hinten heraus dem Team am besten helfen kann.“
Zumal er mit Thomas Winkels einen alten Bekannten an seiner Seite weiß, auf den er sich blind verlassen kann: „Ich glaube, wir marschieren mittlerweile seit 20 Jahren nebeneinander über die Fußballplätze des Niederrheins. Ich könnte mir keinen besseren Co-Trainer und Leidensgefährten in der Abwehr vorstellen.“ Doch nicht nur defensiv, sondern auch an vorderster Front ist Winkels einer der Erfolgsgaranten der Borussia, teilt er sich doch mit Stürmer Mustafa Osoy die Führung in der Club-internen Torjägerliste.
„Ich wünsche mir schon manchmal, einen richtigen Angreifer im Sturmzentrum zu haben. Andererseits ist es unsere Stärke, dass wirklich jeder eine Bude machen kann“, ist sich Schrade unsicher, ob es so etwas wie eine Schwachstelle in seinem Kader gibt, nachdem im Winter die vakante Planstelle des Keepers mit Marc Peter endlich dauerhaft besetzt werden konnte.
Eins ist jedoch auch Schrade klar: Klappt es mit dem angepeilten und kaum noch zu verhindernden Aufstieg, geht die Suche nach Verstärkungen wieder von vorne los. „Auf lange Sicht müssen wir uns auf jeden Fall verjüngen. Wir wollen die Vision umsetzen, und dazu wird einiges an Verhandlungsgeschick nötig sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Jungs etwas bieten können, was über das rein finanzielle hinausgeht. Wir wollen Spaß und Perspektiven vermitteln.“ Wenn das klappt, dürfte es in der Tat nur noch eine Frage der Zeit werden, bis die Borussen und ihr Coach tatsächlich in der Bezirksliga kreiseln dürfen.
