Die abermalige Teilnahme an der europäischen Königsklasse würde den Königsblauen nicht nur weitere Fußball-Feste wie die in den kommenden beiden Wochen gegen den FC Barcelona bescheren, sondern vor allem auch Manager Andreas Müller die Arbeit bei der personellen Planung des Kaders erleichtern. Im Interview mit RevierSport kann der 45-Jährige seine Vorfreude auf das Spiel gegen seinen zweiten Lieblingsclub nach Schalke kaum verbergen.
Andreas Müller, nach dem Zwischenspurt in der Bundesliga ist Platz zwei und damit der direkte Einzug in die Champions League wieder möglich. Wie wichtig ist der Wettbewerb in finanzieller und sportlicher Hinsicht für Schalke 04, nachdem sich der Verein in den vergangenen Jahren wirtschaftlich konsolidieren konnte?
Der zweite Platz würde die Planungen sicher einfacher machen, denn wenn du Dritter wirst, ist es nicht sicher, ob du Champions League spielst oder nicht. Wir sind in der Bundesliga wieder dran, das ist schon sehr positiv. Aber ich habe nicht gefordert, so wie es geschrieben wurde, wir müssen Platz zwei holen.
Vor der Serie haben Sie vier neue Spieler geholt, im Winter noch einmal drei. Wie viele werden es denn für die nächste Spielzeit sein?
Einen großen Schnitt wird es nicht geben, denn wir haben vor der Saison und noch einmal im Winter investiert, wobei die Transferbilanz unter dem Strich ausgeglichen ist Wir sind ja auch gefragt worden, warum wir so viele Mittelfeldspieler holen. In Berlin hatten wir jetzt gerade noch drei zur Verfügung. Insgesamt steht der Kader aber, und es geht nur noch darum, die Mannschaft punktuell zu optimieren.
Wie viele Positionen wären das?
Bleibt der Kader so zusammen, wie er jetzt besteht, geht es um zwei Positionen. Wir haben im Kader inzwischen die Qualität, mit der wir auf Dauer in der Spitze der Bundesliga mitspielen können. Aber mit den Spielern, die wir holen möchten, wollen wir natürlich auch international unseren Mann stehen. Jetzt stehen wir im Viertelfinale der Champions League, das ist für uns ein Riesenerfolg. Dort haben wir es aber mit Mannschaften zu tun, die einen Vorsprung haben. Unser Ziel ist es, diesen zu verringern.
Der Schuss könnte auch nach hinten losgehen, indem Schalke die besten Leute an die vor allem finanziell übermächtige Konkurrenz verliert!
Spieler wie Manuel Neuer, Rafinha, Ivan Rakitic, Jermaine Jones und Heiko Westermann haben sich in den Vordergrund gespielt, das ist uns bewusst. Unser Ziel ist es, den Abwerbeversuchen anderer Vereine standzuhalten und den Jungs eine sportliche Perspektive bieten zu können. Allein dafür ist es wichtig, dass wir nächstes Jahr wieder in der Champions League vertreten sind. Darauf achten doch auch die Kicker, an denen wir interessiert sind.
Ist ein Spieler wie Manuel Neuer, ein echter Schalker Junge, unverkäuflich?
Kein Fußballer der Welt ist unverkäuflich. Ich weiß aber, dass sich die Jungs, von denen ich gerade gesprochen habe, bei uns sehr wohl fühlen, gerade Manuel Neuer. Bisher kam auch noch kein Angebot, weder für ihn noch für einen der anderen. Daher verschwende ich keine Gedanken an den Fall, was wäre wenn.
Mit einer weiteren Leistung wie in Porto könnte Neuer tatsächlich für den FC Barcelona interessant werden. Wie kann Schalke gegen eine der besten Mannschaften der Welt bestehen?
Wir haben ja zum Beispiel im Heimspiel gegen Chelsea gesehen, dass wir gegen solche Teams mithalten können. Dass wir dafür in beiden Partien eine absolute Top-Leistung benötigen, muss ich nicht großartig betonen, das versteht sich von selbst. Aber die schwierigste Prüfung in diesem Wettbewerb haben wir schon überstanden, das war die Gruppenphase. Und in das Duell gegen Barcelona gehen wir jetzt nicht, um die Stars zu bestaunen. Diese Spiele werden in unsere Vereinsgeschichte eingehen. Hätte vor der Saison einer gesagt, ihr spielt im Viertelfinale gegen Barcelona, dann hätte jeder gesagt: Wahnsinn! Jetzt stehen wir vor dieser Aufgabe, und es muss unser Ziel sein, die Riesenüberraschung zu schaffen. Brasilien war bei der WM auch Top-Favorit, die sind aber im Viertelfinale raus. Also haben wir auch gegen Barca eine Chance.
Für die Sensation soll der Verein eine Rekordprämie von bis zu einer Million Euro für die Mannschaft in Aussicht gestellt haben!
Wir haben es in der Vergangenheit, ob im Pokal oder im internationalen Geschäft, immer so gehalten, dass die Truppe mit 15 bis 20 Prozent an den jeweiligen Netto-Einnahmen partizipiert. Im Viertelfinale gegen Barca könnte eine hübsche Summe dabei herumkommen. Und wenn sie es schaffen sollte, gegen Barcelona weiterzukommen und ins Halbfinale der Champions League einzuziehen, dann hätte sie diese Prämie auch verdient.


















