Eine wahrlich lange Zeit, die den Brasilianer sogar zum Dienstältesten im BVB-Kader macht. Eine Garantie, auf ewig gesetzt zu sein, gibt es für den Routinier trotzdem nicht, denn das Fußball-Geschäft ist naturgemäß schnelllebig.
Wie schnelllebig konnte der einmalige Nationalspieler in der vergangenen Woche am eigenen Leib erfahren, als ans Tageslicht sickerte, dass die Borussia Christian Eichner ein unterschriftsreifes Angebot vorgelegt hatte. Seitdem muss sich Dede mit dem Gedanken anfreunden, in Zukunft eben nicht mehr gesetzt zu sein, sondern einen Konkurrenten an die Seite gestellt zu bekommen – auch wenn dieser definitiv nicht Eichner heißen wird.
„Ich habe das natürlich verfolgt, aber das gehört doch zu unserem Sport dazu. Beim BVB gibt es keine Stammplätze, auch ich muss Jahr für Jahr dafür kämpfen“, lässt sich der Publikumsliebling deshalb auch gar nicht aus der Ruhe bringen. Kein Wunder, wie er betont: „Als Matthias Sammer noch unser Trainer war, saß ich auch ab und an auf der Bank oder musste weiter vorne ran. Doch ich habe immer bewiesen, was ich kann und bin zurückgekommen. Konkurrenz ist für mich kein Problem, man muss nur Respekt voreinander haben.“
Eine Einstellung, die sich noch gelassener anhört, wenn man die Statistik des 29-Jährigen betrachtet: In 21 Partien bereite der Außenverteidiger bereits acht Treffer vor und liegt damit vor Werder-Superstar Diego oder dem baldigen Borussen Tamas Hajnal. „Ich freue mich sehr darüber, denn das ist mein Rekord in zehn Jahren Borussia“, strahlt der Deutsche Meister von 2002, als er auf diese Werte angesprochen wird, und offenbart ein kleines Geheimnis: „Ich möchte unbedingt wieder mal ein Tor machen. Das ist noch schöner, als eins vorzubereiten.“
Zwei Jahre liegt der letzte Treffer des Brasilianers schon zurück, der mit mittlerweile 280 Liga-Spielen der Südamerikaner mit den meisten Einsätzen in Deutschlands Eliteklasse ist. Vielleicht klappt es ja beim VfL Bochum, der sich momentan mit einigen Problemen rumschlagen muss. Ein Aspekt, der für Dede keine Rolle spielt: „Auf dem Platz vergisst man alles und will nur noch gewinnen, deshalb glaube ich nicht, dass der Ärger um Stefan Kuntz die Bochumer schlechter macht. Wir müssen uns definitiv konzentrieren, um dort zu gewinnen, denn der VfL hat eine starke Truppe.“
Die in der Tabelle knapp vor den Borussen rangiert, was dem Linksfuß so gar nicht schmecken möchte: „Es ärgert mich, dass die Bochumer, aber auch einige andere Teams vor uns liegen. Aber wir sind selbst in diese Situation reingerutscht und müssen uns da nun wieder herausziehen.“

