Der Goalie nämlich musste von Kamera zu Kamera, von Mikro zu Mikro hecheln, und er verrichtete diese Zusatzschicht geduldig und mit strahlendem Lächeln. Renno: "Ich freue mich ebenso wie beim 5:3-Hinspielerfolg, als ich zum ersten Mal in dieser Saison zwischen den Pfosten stand. Aber ein 1:0 ist natürlich für einen Keeper noch schöner als ein 5:3-Sieg." Damit ist sein Ehrgeiz aber noch längst nicht gestillt: "Als ich in der Hinrunde zum Zuge kam, haben wir drei Spiele hintereinander gewonnen. Warum sollen wir das jetzt nicht gegen Duisburg und beim Auswärtsspiel in Bielefeld wiederholen?"
Das ist tatsächlich nicht auszuschließen. Denn bei allen Schwächen in der Offensive war Rene Renno von der Arbeit seiner Abwehrkollegen schlichtweg begeistert: "Was die da heute weggeräumt haben, war sensationell. Ich habe ja fast nichts auf den Kasten bekommen."
Der Goalie gesteht ein, dass es so ganz ohne Aberglaube auch bei ihm nicht geht: "Natürlich habe ich mich an ein Ritual aus der Hinrunde erinnert und das dann wieder so gemacht. Aber das werde ich jetzt nicht verraten. Ihr wollt doch auch nicht, dass der Erfolg wieder abreißt." Über Rene Rennos tadellose Leistung freute sich nicht nur Marcel Koller - "Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich mich auf ihn verlassen kann" -, sondern auch die mitgereisten 250 Fans, die regelrecht ausflippten, als der Torwart mit seinen Kollegen tanzend vor dem Fanblock feierte.
Während Rennos Engagement im VfL-Umfeld lange Zeit eher kritisch beäugt wurde, hat der Schlussmann innerhalb der Mannschaft ein enormes Standing. Kapitän Marcel Maltritz: "Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn Rene in der Hinrunde immer wieder kritisiert wurde. Wir wissen, was wir an ihm haben."

