Fünf Spieltage vor Rundenende sicherlich keine prickelnde Ausgangslage, aber die hat dennoch auch ihre gute Seiten: Die Schwarz-Gelben können durchaus schon jetzt mit den intensiven Zukunftsplanungen beginnen.
Als Neuzugang steht bisher Tomas Hajnal vom Karlsruher SC fest. Der Ungar wechselt für die festgeschriebene Ablösesumme von 1,3 Millionen vom Aufsteiger ins Revier und soll mehr Kreativität und Effektivität im Dortmunder Mittelfeld versprühen. Offenbar wollen die Verantwortlichen die Schaltzentrale noch weiter aufpeppen, denn nach Aussage von Jan Schlaudraff, der sich inzwischen erwartungsgemäß für Hannover 96 entscheiden hat, lag ihm auch eine Offerte der Westfalen vor.
Als Offensivallrounder gilt auch Bakari Koné, der noch bis zum 30. Juni 2010 beim OGC Nizza unter Vertrag steht. Französischen Presseberichten zur Folge soll der Mann von der Elfenbeinküste von mehreren Clubs beobachtet und umworben werden. Neben Inter Mailand, Manchester United und dem US Palermo sowie den Blackburn Rovers fällt in diesem Zusammenhang auch der Name Borussia Dortmund. Der BVB müsste für den 1,63-Meter-Mann tief in die Tasche greifen. Im Gespräch sind rund fünf Millionen Euro.
Diese Summe könnte der zukünftige UEFA-Cup-Teilnehmer zwar stemmen, wahrscheinlich wird er den Betrag aber eher in die Verstärkung der Innenverteidigung investieren. Sollte die Entscheidung doch in Richtung Qualitätserhöhung im offensiven Mittelfeld gehen, stellt sich automatisch die Frage, was passiert mit Giovanni Federico?
Ausgerechnet beim Pokalendspiel in Berlin bekam der 27-Jährige eine weitere so genannte Denkpause verpasst. Seine Aussichten bei den Schwarz-Gelben sind nicht sonderlich rosig, auch wenn er betont: „Es war immer mein Traum, in Dortmund zu spielen, ich werde weiter versuchen, mich hier durchzusetzen.“ Sollten die Beteiligten zu einer anderen Erkenntnis kommen, wovon aber eher nicht auszugehen ist, würde einer Rückkehr zum KSC fast nichts im Weg stehen - außer den Gehaltsmodalitäten. KSC-Trainer Ede Becker hat stets betont: „Die Tür für ihn steht immer offen.“
Zurück zu den Abwehrproblemen des BVB. Am 11. März unterschrieb Mario Eggimann bei Hannover 96, nachdem er erklärt hatte, zuvor ein 1,5 Millionen Euro-Angebot des BVB ausgeschlagen zu haben. Dem widerspricht Michael Zorc vehement: „Wir haben ihm nie ein Angebot unterbreitet. Wenn wir Mario gewollt hätten, hätten wir ihn auch bekommen.“ Zwei Tage danach berichtete RevierSport, dass den Dortmunder Interesse an Marko Basa sowie Jérémie Brechet nachgesagt wird. Das scheint immer noch vorhanden zu sein, selbst wenn die Verhandlungen mit dem Serben Basa ins Stocken geraten sind. Logisch, schließlich soll sein jetziger Arbeitgeber US Le Mans Ablösevorstellungen jenseits der Fünf-Millionen-Euro-Grenze haben.
Rein theoretisch ist der Franzose Brechet zum Nulltarif zu ergattern, da sein Kontrakt in Sochaux ausläuft. In der heutigen Zeit allerdings eine „Milchmädchen-Rechnung“, weil in solchen Fällen in der Regel ein sattes Handgeld an den Spieler fließt. Würden tatsächlich beide Defensivkünstler in Dortmund anheuern, gäbe es in der Innenverteidigung ein Überangebot.
Markus Brzenska, der das Pokalendspiel lediglich als Gast erlebte, weil er tags zuvor mit der Regionalligamannschaft in Lübeck angetreten war, wird sich so seine Gedanken machen, ob er noch eine Zukunft in Dortmund hat. Der „Kicker“ vermeldete in seiner Montagsausgabe, dass der BVB Robert Kovac nahegelegt haben soll, das Revier trotz seines bis 2009 laufenden Kontraktes bereits im kommenden Sommer zu verlassen. Diese Spekulation wollte der Kroate gegenüber RevierSport weder bestätigen noch dementieren: „Dazu äußere ich mich nicht. Fragen sie dazu andere Leute im Verein.“
Bei Zorc konnten wir gestern nicht anklopfen, da der Sportdirektor erkrankt ist. Zuvor hatte er allerdings eindeutig einer bevorstehenden Verpflichtung von Torhüter David Zibung widersprochen: „Der Name sagte mir gar nichts, ich habe erst einmal im Internet recherchiert, um wen es sich dabei handelt.“ Viele Namen liefern eine Menge Diskussionsstoff für die Fans und noch mehr Arbeit für den Sportdirektor, denn wie bereits erwähnt, fix ist bisher nur die Verpflichtung von Hajnal.

