Gegen Cottbus hatte er eine halbe Stunde Anlauf gebraucht, bis es im gegnerischen Kasten so richtig rappelte. In Hamburg waren es nur 100 Sekunden, bis das Leder im Netz versenkt war. Nach seinem ersten Viererpack in der Bundesliga vor zwölf Tagen legte er gestern den nunmehr 15. Saisontreffer nach. So viele hatte er in der vergangenen Saison erzielt und vor seinem Wechsel nach Schalke vor drei Jahren auch für den VfB Stuttgart. Nun fehlt nur noch ein Erfolgserlebnis, um den Rekord zu knacken. "Ich habe mir keine Quote gesetzt. Als Stürmer ist es zwar immer schön Tore zu schießen, aber noch wichtiger ist es, dass wir als Mannschaft gewinnen", betonte Kuranyi.
Der Trainerwechsel von Mirko Slomka zu Mike Büskens und Youri Mulder scheint besonders ihm gut zu tun, auch wenn der vor zwei Wochen entlassene Fußballlehrer gerade ihn immer gestützt hatte. Kuranyi wirkt wie befreit, viele seiner gelungenen Aktionen in Hamburg hatte man zuvor lange vermisst. Warum es plötzlich läuft, kann aber weder er noch der frühere Angreifer Mulder erklären. "Ich habe gar nichts gemacht", winkte der Holländer ab. "Es liegt wohl eher an Albert Streit, dass Kevin wieder trifft, denn er ist der ideale Flankengeber", mutmaßte Mulder.
Mit einem Knipser in Topform scheint Schalkes wechselhaft verlaufene Serie doch noch ein positives Ende zu finden. "Jetzt haben wir noch die Chance, Zweiter zu werden", bekräftigte Kuranyi.

