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Nach 1:0: Schalker werden nun Bayer-Anhänger
Das Fünf-Millionen-Spiel

Fußball ist oft einfach, Mathematik meist kompliziert. Am kommenden Samstag ist es umgekehrt.

Schalke braucht einen Sieg in Nürnberg, Bremen muss in Leverkusen verlieren. Dann sparen sich die Königsblauen im August die Qualifikation für die Champions League und ziehen als Bundesliga-Zweiter direkt in die europäische Königsklasse ein. Für dieses Unterfangen benötigt Schalkes Mannschaft keine gute Leistung, es reicht ein dreckiges 1:0, so wie gestern gegen Frankfurt, falls Bayer mitmacht. "Das Ergebnis eröffnet uns die Chance auf ein echtes Endspiel am nächsten Samstag in Nürnberg", stellte S04-Trainer Mike Büskens nach dem zähen Dreier über die Eintracht fest. "Jetzt wollen wir das Sahnehäubchen."

Mit 13 von 15 möglichen Punkten hat der Interimscoach eine nahezu perfekte Zwischenbilanz vorzuweisen. Ob diese mit einem weiteren Dreier noch reichen wird, um zum vierten Mal in den vergangenen acht Jahren Vizemeister zu werden, hat Schalke nicht in der eigenen Hand. Dass die Mannschaft allerdings wie schon beim 1:1 vor einer Woche gegen Hannover über weite Phase erschreckend schlechten Fußball bot, ist ein Phänomen, das sich mittlerweile über die gesamte Serie zeigt und auch nicht durch die Entlassung von Mirko Slomka änderte.

Vor allem an der Art und Weise, wie man das Spiel zelebriert und über den Spaß am Fußball die nötigen Ergebnisse erzielt, wird Fred Ruttens Arbeit zu messen sein. "Ich hätte lieber öfter mal so ein Match mit dem Resultat gehabt", erinnerte sich Andreas Müller an die zehn Unentschieden in dieser Saison, die Schalke vermutlich Rang zwei kosten werden.

Planungssicherheit vor allem in Bezug auf Neuverpflichtungen hat der S04-Manager nur dann, falls Werder tatsächlich in Leverkusen straucheln und Schalke die Freunde aus Nürnberg in die zweite Liga schießen würde. Auch finanziell machen Rang zwei oder drei einen Riesenunterschied aus, die UEFA prämiert den deutschen Vizemeister mit etwa fünf Millionen Euro mehr als den erfolgreichen Qualifikanten. Das ist Geld für einen Spieler gehobener Klasse, allerdings nicht für einen Mann der Kategorie Adrian Mutu.

Der rumänische Nationalkicker, derzeit in Diensten des AC Florenz, wird in Gelsenkirchen gehandelt, doch Müller ist von derlei Spekulationen nur noch genervt. "Ich werde keine Namen mehr kommentieren", sagte der 45-Jährige. Er wirkte dabei so, als ob Mutu kein Thema sei.

Die Hessen hingegen sind durch, sie können sich im Heimspiel gegen den MSV Duisburg von einer Spielzeit verabschieden, in der sie nur kurz das internationale Geschäft wittern durften. Obwohl die Partie auf Schalke nicht hätte verloren gehen müssen, war der sonst oft so hitzige Friedhelm Funkel gnädig gestimmt. "Wir haben uns nach den letzten Niederlagen, als wir in der Defensive nicht gut standen, vorgenommen, etwas zu ändern. Diesmal war es besser, aber Schalke ist bei Standards eben eine der besten Mannschaft der Bundesliga, dadurch ist auch das einzige Tor des Tages entstanden", resümierte der SGE-Trainer.

Die seit Jahrzehnten gelebte Schalker Fanfreundschaft mit dem Anhang des 1. FC Nürnberg wird nun auf die zweite harte Probe der Neuzeit gestellt. Vor einem Jahr skandierten die Franken, wie der Rest der Fußball-Republik, "ihr werdet nie Deutscher Meister". Für nächsten Samstag sind aufgrund der besonderen Brisanz des Aufeinandertreffens alle Fan-Veranstaltungen abgesagt worden.

Schickt Schalke den Club in die Versenkung, dürfte das Verhältnis zwischen den Anhängern der beiden Clubs eine nachhaltig Störung erleiden. "Jedes Team hatte genügend Zeit, ausreichend Punkte zu holen. Auch wir haben drei zu wenig", gab Müller mitleidslos zu bedenken. Jeder ist sich selbst der Nächste, besonders bei so einem Herzschlagfinale wie am 17. Mai 2008.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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