Dorfklub 1899 Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp im Rücken ist für viele der Bayern-Herausforderer der Zukunft, der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach können sich nach ihrer Rückkehr endlich wieder dauerhaft in der Bundesliga etablieren. FC-Trainer Christoph Daum träumte sogar einen Sommer vom ganz großen Coup, der in Köln die sowieso gewaltige Euphorie potenziert hätte.
"Sehr gern hätten wir Lukas Podolski geholt. Aber wenn es kein Signal von Seiten Bayern Münchens gibt, werden wir nichts unternehmen", sagt Daum. Für Pedro Geromel (Vitoria Guimaraes) und Mannasseh Ishiaku (MSV Duisburg) durfte er 4,5 Millionen Euro investieren. Dennoch spricht Lautsprecher Daum vorsichtig von einem "Mittelfeldplatz" zwischen Rang 7 und 15 als Ziel. Langfristig will Daum jedoch ganz oben angreifen: "Der 1. FC Köln ist ein schlafender Riese. Aber allein kann ich ihn weder aufwecken noch bewegen."

Köln Pierre Womé (Foto: firo).
Mit einem "neuen Wir-Gefühl" und Verbesserungen auf allen Ebenen soll ein Stammplatz in der Beletage her. Kurzfristiges Ziel ist aber ein anderes. Mit gewohntem Pathos erklärt Daum: "Wenn es uns gelingt, dem Verein zu dienen, haben wir viel geschafft."

Gal Alberman (Foto: firo).
In Mönchengladbach zählt nur eins: Irgendwie muss die Klasse gehalten werden. "Wir sind Aufsteiger. Von etwas anderem zu reden, wäre blanker Unsinn", erklärt Trainer Jos Luhukay. Der Niederländer ist von der Qualität seines Aufstiegskaders überzeugt, holte einige Spieler mit Perspektive, darunter der Israeli Gal Alberman und Karim Matmour vom SC Freiburg. Die Fans rennen den beiden Traditionsklubs schon die Bude ein. 26.000 Dauerkarten (Vereinsrekord) hat der fünfmalige deutsche Meister aus Mönchengladbach abgesetzt, der FC riegelte bei 25.000 ab, um noch genügend Tickets in den freien Verkauf bringen zu können.
Hoffenheim wird im Mannheimer Carl-Benz-Stadion kaum so viele Anhänger begrüßen, zumal der Klub aus der Provinz überraschte. Wer gedacht hatte, dass Hopp die Schatulle ganz weit öffnen würde, sah sich getäuscht. Nach der Einkaufstour der Vorsaison holte Hopp nur Andreas Beck (4 Millionen Euro) vom VfB Stuttgart als Anwärter für die Startelf. "Wir tun gut daran, nicht zu glauben, dass wir die Bundesliga aufmischen werden. Erstmal sind wir blutiger Neuling", sagte Rangnick: "Wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun hätten, wäre das eine grandiose Leistung."
Software-Milliardär Hopp will vom Europapokal erstmal noch nichts wissen. "Das ist illusorisch. An den UEFA-Cup verschwenden wir keinen Gedanken. Unser Ziel heißt: Stabilisieren oberhalb der Abstiegsplätze." Das übrigens mit dem "System Klinsmann": "Unsere Philosophie hat viel mit Klinsmanns Idee von 2006 zu tun."

Andreas Beck (Foto: firo).
Hopp setzt daher auf Kooperation statt Konfrontation mit dem Rekordmeister: "Die Bayern spielen in einer anderen Dimension." Im Jugendbereich soll demnächst eng mit den Münchnern zusammengearbeitet werden. Von den Bayern lernen heißt siegen lernen.


















