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Basketball: Bauermanns Griff in die Trickkiste
Bundestrainer will sich nicht auf den Mythos verlassen

Im Glutofen von Athen brennt Chris Kaman auf sein Debüt in der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Nach seiner Einbürgerung und zermürbendem Hickhack um Versicherungsmodalitäten wird der 2,13 m lange Center der Los Angeles Clippers im Auftaktspiel der Olympia-Qualifikation am Dienstag (14.30 Uhr/live im DSF) gegen die Kapverden zusammen mit seinem NBA-Kollegen Dirk Nowitzki den Kampf gegen weitere elf Teams um die drei Last-Minute-Tickets für Peking aufnehmen.

Von Anfang an Vollgas: Bundestrainer Dirk Bauermann. (Foto: firo)

Sichtlich erleichtert nach dem ersehnten Fax am späten Freitagabend mit der endgültigen Freigabe landete die DBB-Delegation am Samstag bei Temperaturen von 34 Grad in der griechischen Hauptstadt. Gleich am Abend gings in die klimatisierte Olympia-Halle. Kaman wirkte vollkonzentriert und hochmotiviert, ärgerte sich maßlos über jeden Fehlwurf. "Ich bin froh, dass das Warten vorbei ist und ich endlich loslegen kann", sagte der neue Leistungs- und Hoffnungsträger. Der im US-Bundesstaat Michigan geborene Center "der Extraklasse" (Bundestrainer Dirk Bauermann) präsentiert sich ansonsten bestens gelaunt und ist auch ohne die Erfahrung eines Testspiels bereits voll in den Kader integriert. "Das erinnert mich ein bisschen ans College - im positiven Sinn. Es ist alles sehr nah, man macht alles zusammen, ganz anders als in der NBA. Ich mag das", schwärmte der 26-Jährige.

Auch sportlich scheint alles zu passen. Allein seine statistischen Referenzen mit 15,7 Punkten und 12,7 Rebounds im Schnitt pro Spiel in der vergangenen Saison halten das Risiko der kurzfristigen Nominierung in Grenzen. "Er ist taff und athletisch. Ihm fehlt zwar ein bisschen die internationale Erfahrung, aber das kann er sicher durch seine Klasse wettmachen. Wenn er den Ball bekommt, macht er ihn rein", sagt Nowitzki über Kaman.

Nach dessen Nominierung strich Bauermann vor dem Turnierstart den Ex-Leverkusener Gordon Geib als letzten Akteur aus dem Kader. Das Super-Duo aus der NBA soll Deutschland zur insgesamt fünften Olympia-Teilnahme verhelfen. "Wenn man zwei Leute hat wie Dirk und Chris, macht das auch die anderen stark. Sie bringen eine Qualität mit, die den anderen hilft", erklärte Bauermann. Zweimal (1984 in Los Angeles und 1992 in Barcelona) gelang deutschen Korbjägern bislang die sportliche Qualifikation, 1936 in Berlin und 1972 in München war das DBB-Team als Gastgeber gesetzt. In Athen zählen die "Bauermänner" zu den Favoriten auf die drei freien Olympiaplätze.

Neben Gastgeber Griechenland sieht der DBB-Coach sechs weitere ernsthafte Konkurrenten. Für sein Team zählt zunächst nur der Gruppensieg mit zwei Pflichtsiegen gegen Kapverden und am Mittwoch (18.30 Uhr/live im DSF) gegen Neuseeland, um das Viertelfinal-Duell mit den starken Griechen zu vermeiden. Dritter Gegner auf dem Weg in die Runde der letzten Vier dürfte Brasilien (Freitag) sein. Die beiden Sieger der Halbfinals (Samstag) fahren nach China, die Verlierer spielen das dritte Ticket am Sonntag aus. "Wir müssen von Turnierbeginn an sehr aufmerksam sein. Wir dürfen uns nicht auf den Mythos der deutschen Turniermannschaften, die mit der Zeit in Fahrt kommt, verlassen. Wir müssen von Anfang an Leistung bringen", sagt Bauermann und lässt nichts unversucht, seiner langen Garde die Faszination Olympia zu vermitteln. Schon im Trainingslager auf Mallorca stimmte der 50-Jährige seinen Kader mit Videos von 1992, dem ersten Auftritt des amerikanischen Dream Teams mit Michael Jordan, Larry Bird oder Magic Johnson ein.

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