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Krawalle beim BVB-Test gegen Basel eskalierte
Jagdszenen gipfelten in Tränengas-Einsatz

Was als gewöhnlicher Härtetest in der Vorbereitung von Borussia Dortmund eingeplant war, endete am gestrigen Samstag in bösen Krawallen zwischen Dortmunder und Baseler „Fans“, die wohl eher den Begriff „Hooligans“ verdient hätten.

Der sportliche Vergleich zwischen dem BVB und dem Schweizer Spitzenclub FC Basel, der bereits in der kommenden Woche in die neue Saison startet, geriet so zur völligen Nebensache – trotz einer mehr als ordentlichen Vorstellung des Teams von Trainer Jürgen Klopp, die dem FCB beim 2:2-Unentschieden zu weiten Teilen überlegen waren.
Was war passiert? Bereits am Mittag kam es in der Innenstadt von Grenchen zu ersten Begegnungen zwischen früh angereisten BVB- und Basel-Anhängern, als das Fanmobil der Borussia angegriffen wurde. Jens Volke, Fanbeauftragter der Dortmunder und Insasse des Fahrzeugs, berichtet: „Einer der Baseler hat uns gesehen, seine Handschuhe angezogen und das Auto bearbeitet.“ Sach- oder Personenschäden entstanden glücklicherweise nicht.

Als Konsequenz dieser Szene machte Volke die zuständige Polizei in Grenchen auf die explosive Lage aufmerksam, doch diese verpasste es, für eine geordnete Trennung der beiden Blöcke zu sorgen. Fast folgerichtig kam es bereits vor dem Anpfiff, als knapp 70 FCB-Hooligans in Richtung des Dortmunder Anhangs stürmten, zu ersten kleineren Schlägereien, bei denen allerdings niemand ernsthafte Verletzungen davon trug. Erst jetzt griff die Polizei ein und konnte zunächst weitere Ausschreitungen verhindern.

Während des Spiels war es mit der vorübergehenden Ruhe dann allerdings völlig vorbei: Immer wieder flogen Feuerwerkskörper und Rauchfackeln - die in Schweizer Stadien so lange toleriert werden, wie sie geordnet auf der Tribüne abbrennen - aus dem Dortmunder Block in Richtung Rasen. Erst trafen die „Bengalos“ das Tor von FCB-Keeper Franco Constanzo, in Hälfte zwei dann sogar den Kasten des eigenen Torwarts Lukas Kruse, der sein erstes Spiel im schwarz-gelben Dress absolvierte. Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch, erst das beherzte Eingreifen der Dortmunder Kicker, angeführt von Kapitän Sebastian Kehl und Roman Weidenfeller, führte zum Ende der „Feuerspiele“.

„Es war kein schönes Bild, was wir da abgegeben haben, das muss man ganz klar sagen, tendenziell sogar peinlich. Es hilft auch nicht, dass die Baseler keinen Deut besser waren. Auf die haben wir keinen Einfluss. Ich hoffe, dass wir auf unsere Fans zumindest ein bisschen Einfluss haben und das klären können. Denn das war scheiße“, fand BVB-Coach Jürgen Klopp nach der Partie klare Worte für das Verhalten der so genannten „Fans“, die dafür sorgten, dass nicht die spielerisch und läuferisch starke Verfassung der Dortmunder, sondern die Randale rund um das Spiel zum Thema Nummer eins des Abends wurden. Ins gleiche Horn blies Kapitän Kehl: „Es ist nicht zu tolerieren. Ich weiß nicht, wie viele Idioten dabei sind, aber sie machen alles kaputt. Und wenn ich dann noch höre, das würde zum Fußball dazu gehören, kann ich das nicht verstehen. Ich bin ziemlich enttäuscht.“

Während diese Worte fielen, kam es auf der anderen Seite des Stadions erneut zu Ausschreitungen. Zahlreiche Baseler „Hools“ hatten sich vor den Toren des Dortmunder Fanblocks postiert und schmissen mit Flaschen, Steinen und Mülltonnen auf die Anhänger, die das Stadion verlassen wollten. Erst ein Tränengaseinsatz der Polizei, bei der BVB-Fanbeauftragter Volke zwischen die Fronten geriet, konnte die Gruppen trennen und die Randale beenden. Drei Festnahmen, kurioserweise nicht wegen der Anwendung von Gewalt, sondern aufgrund von Verstößen gegen das Vermummungsgesetz, standen letztlich in der Polizei-Bilanz.

Mladen Petric, früher selbst in Basel aktiv, äußerte sich am heutigen Sonntag überrascht über die Geschehnisse des gestrigen Abends: „Das Verhalten der Baseler Fans war mir in der Form neu, sie sind für gewöhnlich sehr laut, aber anständig. Aber gestern waren ein paar aggressive Jungs dabei.“

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer der KGaA, kündigte an, die Ausschreitungen „mit aller Entschlossenheit“ aufzuklären und schloss dabei auch nicht die Auswertung von Fotomaterial aus. Außerdem wird es am kommenden Donnerstag ein Treffen mit den Fanvertretern Jens Volke, Petra Stüker und Sebastian Walleit in Dortmund geben. Seine Kritik richtet sich allerdings nicht nur gegen den Teil der Fans, die auffällig wurden, sondern auch gegen die örtliche Polizei: „Bei solchen Sicherheitsvorkehrungen fühlt sich der ein oder andere, dem man eh nicht mehr helfen kann, natürlich eingeladen.“

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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