Die Olympiastarterinnen hatten am Samstag Nila Ann Hakedal und Ingrid Törlen aus Norwegen beim 2:0-Erfolg in zwei knappen Sätzen (26:24, 22:20) niedergekämpft und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Matysik war vom sportlichen Erfolg in der Hansestadt ungeachtet der Finalniederlage völlig überrascht: "Das ist unglaublich. Wir wussten, dass wir versuchen müssen, das Publikum auf unsere Seite zu ziehen, um uns die nötige Kraft zu holen."
Der 26-Jährige und sein 2,12 Meter langer Partner waren nach 42 Minuten besiegt, ihre Kontrahenten verwandelten den ersten Matchball. "Die Fans haben uns zum Sieg getragen. Gewonnen haben wir, weil der eiserne Wille da war", sagte Ludwig, die zusammen mit ihrer Berliner Partnerin durch enorme Nervenstärke beeindruckte. Viermal musste das Duo in einen Verlängerungsatz, viermal gingen die beiden daraus erfolgreich hervor. Coach Olaf Kortmann lobte: "Sie haben sich enorm weiterentwickelt."
Schneller als erwartet war das Turnier für die Olympiastarter David Klemperer und Eric Koreng (Hildesheim/Essen) vorbei. Wegen einer Sehnenscheidenentzündung des Hildesheimers im großen Zeh des rechten Fußes gab das Duo vor dem Viertelfinale auf. Sicherheitshalber verzichteten auch die ebenfalls für Peking qualifizierten Berliner Julius Brink und Christoph Dieckmann wegen einer Schleimbeutelentzündung im rechten Knie von Dieckmann auf das Spiel um den dritten Platz, Bronze ging somit kampflos an Dimitri Barsuk und Igor Kolodinsky aus Russland. Nnoch offen ist die Vergabe des zweiten und letzten deutschen Olympia-Tickets bei den Frauen.
Die Ex-Europameisterinnen Stephanie Pohl und Okka Rau aus Hamburg verpassten durch den vierten Platz die vorzeitige Qualifikation für Peking und müssen am Wochenende in Marseille einen neuen Anlauf nehmen. Dort würde Rang vier reichen, um das interne Duell gegen Rieke Brink-Abeler und Hella Jurich aus Münster endgültig für sich zu entscheiden. "Es hat ein bisschen die Konstanz gefehlt, aber für Marseille bin ich sehr optimistisch", sagte Bernd Schlesinger, Trainer der beiden Hamburgerinnen. Schließlich müssen Brink-Abeler und Jurich in der französischen Mittelmeermetropole unter besonderem Druck antreten. Nur wenn sie das Turnier gewinnen, haben sie eine theoretische Peking-Chance.
