Und wenn es dort genau so zugeht wie beim Abschluss am Freitag, dann ist in den sieben Tagen mächtig Feuer in den Einheiten. Denn wenn mal eine Sekunde der Ernst fehlte, dann gab es gleich die passenden Ansagen. Wie zum Beispiel von Markus Kaya, der mehrmals daran erinnerte, dass Aktionen nicht "spielorientiert" über die Bühne gingen.
So nordete er die Kollegen schnell ein und die Ordnung war sofort wieder da. Denn selbst in den Trainings-Matches lässt es kein Team auf sich sitzen, wenn zwei oder drei Treffer in Folge kassiert werden. Die Folge: Coach Jürgen Luginger musste gar nicht oft korrigierend eingreifen, das wurde von den lautstarken Kickern in den meisten Fällen gleich übernommen. Zur Freude vom Trainer: "Da war richtig Stimmung drin, so soll es sein. Der Konkurrenzkampf ist härter geworden. Die Jungs sind voll dabei, gehen dabei aber immer fair miteinander um. Man muss schließlich in die Zweikämpfe gehen, sonst kann das in der Liga nicht klappen."
Genug Zeit zum Üben haben die Kleeblätter, denn die Einheiten von "Lugi" gehen länger als die seines Vorgängers Hans-Günter Bruns: "Gerade in der Vorbereitung ist das so", erklärt der Ex-Profi, "man macht vorher noch Kraftübungen und dann geht die Zeit schnell rum. Wenn die Spielzeit läuft, wird das auch wieder etwas kürzer." Bis dahin soll auch die Taktik ins Blut übergegangen sein. Klar ist: Luginger favorisiert die Viererkette. "So ist es, das 3-5-2 hat die Elf drin, da muss nicht viel getan werden. In der Vorbereitung lege ich Wert auf das 4-4-2. Dann schauen wir, was am Ende praktiziert wird."
Zusatz vom Coach mit Blick auf das volle Angebot in der Zentrale, wo sich mit Tim Kruse, Markus Kaya, Moritz Stoppelkamp, Tim Reichert und Jens Robben fünf Akteure um die wohl zwei freien Plätze streiten: "Wir sind froh über die vielen Möglichkeiten. Schlussendlich entscheiden die Jungs, wie wir auflaufen. Erst kommt der Spieler, dann das System."
Und aktuell das Trainingslager. Luginger gibt einen Einblick, was die Truppe erwartet: "Drei Einheiten am Tag. Morgens gibt es einen schönen Lauf zum wach werden. Dann studieren wir viele Sachen ein, für die wir dort mehr Zeit haben. Für die Ausdauer haben alle schon gut gearbeitet, da muss man sich nicht mehr lange aufhalten."
Was auch für den Gedanken gilt, in den ersten Tagen gäbe es schon Kicker, die sich absolut in den Vordergrund oder ins Hintertreffen gebracht haben mit ihren Darbietungen. Luginger: "Die Einstellung ist super, ich kann nichts Negatives sagen." Denn mittlerweile ist auch der Schock verdaut, den die Schulterverletzung von Benny Reichert hinterlassen hat. Der Trainer erklärt: "Ein ganz wichtiger Mann fehlt uns damit. Dann müssen wir sehen, dass die anderen gesund bleiben. Noch haben wir genug Leute."
Allerdings musste am Sonntag auch Thomas Schlieter passen, starke Rückenprobleme waren der Grund. Vermutet wird ein Hexenschuss. Sollte heute keine Besserung eingetreten sein, wird der Abwehrmann vermutlich zu weiteren Untersuchungen nach Oberhausen zurück reisen.

