Für Neid war es der letzte Test vor der Bekanntgabe ihres 18-köpfigen Kaders für den Saisonhöhepunkt am Freitagmorgen.
Obwohl Neid noch sieben Spielerinnen aussortieren muss, begann sie gegen England mit ihrer vermeintlich stärksten Mannschaft. "Wir wollen uns auch einspielen, bis zum ersten Spiel bei Olympia am 6. August gegen Brasilien bleibt uns ja nicht mehr viel Zeit", sagte sie. Zur Startelf gehörte auch Mittelfeldspielerin Renate Lingor, die nach ihrer Schulter-Operation ein gelungenes Comeback feierte.
Vor 9185 Zuschauern im Hachinger Sportpark hatte Deutschland den besseren Start, Torchancen blieben zunächst aber Mangelware. Die Neid-Elf benötigte schon die Mithilfe der englischen Torfrau Rachel Brown, um in Führung zu gehen. Brown eilte nach einem Pass von Kerstin Stegemann aus dem Tor, verfehlte aber den Ball. Smisek nahm ihn auf und schob es locker ins verwaiste Gehäuse.
Auch nach dem Führungstor stellte Deutschland die aktivere Mannschaft. Obwohl Neid unmittelbar vor dem Spiel betont hatte, "dass wir vor allem defensiv gut stehen wollen", versteckte sich ihr Team nicht. Prinz und Kerstin Garefrekes hatten noch vor der Pause das 2:0 auf dem Fuß, England blieb dagegen harmlos.
Neid machte erst nach dem Seitenwechsel ihre Ankündigung wahr und testete einige der Olympia-Wackelkandidatinnen. Vor allem Anja Mittag fiel positiv auf. Die Potsdamerin hatte einige starke Szenen in der Offensive, das 2:0 blieb aber Prinz vorbehalten: Eine Flanke von Simone Laudehr köpfte sie zu ihrem 121. Länderspieltor ein.
Mit einem mühelos verwandelten Strafstoß erhöhte Behringer auf 3:0. Die Weltmeisterinnen hätten gegen die schwachen Gäste durchaus noch höher gewinnen können, vergaben aber weitere gute Chancen.
Nach der Kader-Nominierung absolvieren die DFB-Frauen einen letzten Olympia-Lehrgang, ehe am 23. Juli in Sandefjord gegen Gastgeber Norwegen die Generalprobe für die Spiele ansteht. Eine Woche später fliegt die Auswahl nach China.
