Damit ist die insgesamt fünfte Teilnahme deutscher Korbjäger bei Olympia und die erste nach 1992 in Barcelona perfekt.
Ausgelassene Freudentänze der deutschen "Riesen" prägten die Szenerie schon Sekunden vor der Schlussirene auf dem Parkett der Athener Olympiahalle. Spielern und Funktionären fiel nach einem nervenaufreibenden Qualifikations-Marathon eine Zentnerlast von der Seele, überglücklich lagen sie sich in den Armen. Besonders Nowitzki, zugleich bester Werfer im gesamten Turnier, war die Erleichterung nach der geglückten Olympia-Teilnahme im dritten Anlauf ins Gesicht geschrieben. "Ich bin furchtbar stolz auf die Jungs. Das war eine Leistung des Herzens", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann und sprach von einem "großen Sieg" für den deutschen Basketball. "Wir wollten nicht die einzige große deutsche Ballsportart sein, die nicht nach Peking fährt. Die Party jetzt wird unglaublich sein, eine der schönsten, die die Jungs je gehabt haben."
Neben der Bauermann-Mannschaft werden Kroatien nach dem 76:70 im Halbfinale gegen Deutschland, Griechenland sowie der bereits zuvor qualifizierte Weltmeister Spanien, Vize-Europameister Russland und der EM-Dritte Litauen Europa bei Olympia vertreten. Für die DBB-Auswahl ist es die dritte sportliche Qualifikation nach 1984 und 1992. Als Olympia-Gastgeber war sie 1936 und 1972 gesetzt. Das große Ziel vor Augen, begannen Nowitzki und Co. im Spiel um Platz 3 nervös. Am Samstag hatten sie gegen Kroatien noch den ersten "Matchball" für Peking vergeben. "Jetzt werden wir einfach nur feiern. Wir haben es uns verdient, auch für Dirk, der jeden Sommer für opfert", sagte Steffen Hamann.
Im ersten Viertel gestatteten die Deutschen den Südamerikanern nie mehr als fünf Punkte Vorsprung. In der 9. Minute gelang dem DBB-Team die erstmalige Führung (22:21), obwohl Puerto Ricos 2, 20-m-´Riese´ Peter John Ramos in Offensive und Defensive anfangs arge Probleme bereitete. Bei wechselnder Führung gelang es zunächst auch im zweiten Spielabschnitt keiner der beiden Mannschaften, sich deutlicher abzusetzen. Nowitzki und sein vor dem Turnier eingebürgerter NBA-Kollege Chris Kaman von den Los Angeles Clippers legten schließlich den Grundstein zur Neun-Punkte-Führung bis zum Wechsel. Allerdings ging der 26 Jahre alte Kaman, der erneut mit seiner Reboundstärke (insgesamt 12) überzeugen konnte, mit drei Fouls belastet in die zweite Halbzeit.
Im dritten Viertel versuchte es die deutsche Mannschaft verstärkt mit ihren Distanzschützen über die Außenpositionen. Mit Erfolg: Demond Greene und Robert Garrett sorgten mit ihren Dreiern für eine 70:54-Führung (29.). Bis zum Schlussabschnitt konnte die DBB-Auswahl den Gegner mit einer guten Verteidigung und taktischer Disziplin auf Distanz halten und anschließend die Führung sogar auf zwischenzeitlich 21 Punkte (79:58) ausbauen. Als die Konzentration nachließ, verkürzte Puerto Rico mit Distanzwürfen, doch in den Schlussminuten bewies das deutsche Nationateam, in dem neben Nowitzki Hamann (19) und Greene (15) die besten Werfer waren, Nervenstärke und brachte den Sieg ins Ziel.
