Während die SpVgg zumindest vorübergehend die Tabellenspitze der neuen Spielklasse eroberte, patzten die drei Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue, Carl Zeiss Jena und Kickers Offenbach zum Auftakt und blieben ohne Sieg. Am Sonntag hatte der SC Paderborn im Topspiel bei Fortuna Düsseldorf noch die Chance, die Ehre der Absteiger zu retten. Außerdem spielte Bayern München II gegen Union Berlin. Die Fans scheinen die 3. Liga anzunehmen: Die Sonntagsspiele ausgenommen kamen im Schnitt 5500 Zuschauer in die Stadien. In Unterhaching verfolgten zwar nur 2500 Fans das klare 3:0 (0: 0) gegen Werder Bremen II, doch das dürfte sich schnell ändern, sollte die Mannschaft ihre Leistung bestätigen können. Unterhachings Trainer Ralph Hasenhüttl lobte den "Riesenaufwand" seines Teams, trat jedoch sofort die Euphoriebremse. "Eine gestiegene Erwartungshaltung ist nur dann förderlich, wenn sie realistisch ist", sagte Hasenhüttl und erinnerte an einen Spruch seines Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp: "Wer nach dem ersten Spiel in Euphorie verfällt, der sollte die Drogen schnell absetzen."
In Aue herrschte dagegen nach dem 0:2 (0:1) gegen Eintracht Braunschweig Ernüchterung. "Wir haben uns große Steigerungsraten für die kommenden Partien offen gehalten", meinte Trainer Rico Schmitt mit beißendem Unterton in Richung seiner Spieler. Dagegen war Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht voll des Lobes für sein Team: "Meine Mannschaft hat extreme Lauf- und Kampfbereitschaft an den Tag gelegt." Dennoch sei der deutsche Meister von 1967 nun keineswegs Favorit auf einen Aufstiegsplatz: "Wir wissen den Sieg richtig einzuordnen."
Bei Jena löste das 2:2 (1:0) bei Jahn Regensburg zwiespältige Gefühle aus. Auf der einen Seite fühle sich das Unentschieden aufgrund der 2:0-Führung bis zur 75. Minute wie eine Niederlage an, auf der anderen Seite könne man auch zufrieden sein, weil man lange Zeit in Unterzahl agiert hatte, erklärte Trainer Henning Bürger. Bei Jena flogen in Herve Bochut (43./Gelb-Rot) und Andre Schmidt (86./Rot) gleich zwei Spieler vom Platz. Auch die Offenbacher wussten das 1:1 (0:1) beim VfB Stuttgart II nicht so recht einzuschätzen. Trainer Hans-Jürgen Boysen konnte zwar aufgrund des Rückstandes mit dem Unentschieden "sehr gut leben", Sportdirektor Andreas Möller dagegen bemängelte den Gesamteindruck des Teams. "Wir haben gesehen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben", meinte der frühere Welt- und Europameister.
Bereits am Freitag sorgte Dynamo Dresden mit dem 1:0 (1:0) im "Eröffnungsspiel" bei Rot-Weiß Erfurt für den ersten Sieg und den ersten Treffer in der neuen Liga. Siegtorschütze Halil Safran (43.) nahm es jedoch gelassen zur Kenntnis: "Das ist schön für die Statistiker. Mich interessiert das nicht. Wichtiger waren die drei Zähler für das Punktekonto."




















