„Der Vorbereitungsplan war wie er war, die Spiele standen fest und wir mussten unsere Einheiten darum planen“, zuckt BVB-Coach Jürgen Klopp angesichts der enormen Belastung nur mit den Schultern und stellt klar: „Man kann darauf keine Rücksicht nehmen.“ Noch bis zum kommenden Sonntag, wenn auch die letzten Tests gegen Rotterdam und Tottenham absolviert wurden, werden die Kicker also weiterhin zumindest sinnbildlich nicht ihre Beine, sondern ihr Zahnfleisch benutzen, um sich über den Platz zu schleppen. Erst dann wird der Fokus auf das Pokalspiel gegen Rot-Weiss Essen gelegt und die Intensität der Einheiten langsam heruntergefahren.
Bereits jetzt hat die harte Vorbereitung ihre Spuren hinterlassen, immer mehr Spieler scheiden mit kleineren Wehwehchen aus, weil sich ihr Körper eine Pause gönnen muss. Waren es am Sonntag noch Sebastian Kehl (muskuläre Probleme) und Mats Hummels (eitrige Augenentzündung), die passen mussten, nahmen sich in dieser Woche Neven Subotic und Tamas Hajnal eine kleine Auszeit. Während bei Hajnal die Ursache in einer Verhärtung des Oberschenkels zu finden war, wurde Subotic, der bislang die meisten Einsatzminuten im schwarz-gelben Trikot heruntergerissen hat, geschont. Klopp erklärt: „Neven musste die letzten drei Tests komplett durchspielen, da reichte der freie Tag am Montag einfach nicht. Deshalb musste er die Sprinttests am Dienstag nicht mitmachen.“
Für alle anderen fitten Kicker stand dagegen Sprint-, Kraft- und Sprung-Training auf dem Programm, erneut beaufsichtigt von Sportwissenschaftlern der Uni Paderborn. Der frühere Mainzer, laut eigener Aussage „gut im Delegieren“, schaute sich das wuselige Treiben genau an, Tadel verteilte er allerdings nicht: „Das war einfach nur für uns, um den Status Quo festzustellen. Es ist interessant zu wissen, wer bei zehn, 20 oder 30 Metern am schnellsten ist, denn das sind Werte, mit denen man im Training gezielt arbeiten kann. Es geht aber nicht darum, zu sagen: du bist zu langsam.“
Unabhängig vom kraftlosen Auftritt gegen Turin und den Ergebnissen der Trainings-Tests, die natürlich auch diesmal für die Presse verschlossen blieben, sieht der 41-Jährige sein Team gut gerüstet für die vielen englischen Wochen, die den BVB demnächst erwarten: „Ich habe das Gefühl, mehr als elf Spieler an die Ziellinie herangeführt zu haben. Wir haben 15 bis 16 Kandidaten, die für einen Platz in der Startformation in Frage kommen.“

