Dennoch war dem ein oder anderen Coach angesichts der Form seiner Schützlinge kurz vor dem Liga-Start nicht zum Lachen zumute. RS gibt einen Überblick der Testspiele im Revier. FC Gütersloh – Dortmund II 1:5
BVB-Coach Theo Schneider ist vor dem Regionalligastart gegen Mainz II zufrieden: „Wir hatten eine ordentliche Vorbereitung und haben körperlich in allen Spielen gut mitgehalten.“ Dazu zählte der Coach auch den gestrigen Test bei NRW-Ligist Gütersloh, den er noch einmal nutzte, um sich von allen Akteuren einen Eindruck zu verschaffen. 19 Spieler kamen beim 5:1-Erfolg zum Einsatz, Yasin Öztekin per Doppelpack, Uwe Hünemeier, Sebastian Tyrala und Raphael Lorenz trugen sich in die Torschützenliste ein.
„Wir sind zwar durch einen Elfmeter früh in Rückstand geraten, haben das Spiel danach aber klar dominiert und nach der Pause noch vier Treffer erzielt“, sagte Schneider, der auch Neuzugang Damir Vrancic von Mainz 05 einsetzte. Mit dem Mittelfeldspieler ist er nach der ersten Trainingswoche und den Testspiel-Eindrücken zufrieden: „Er hat Ruhe, Ausstrahlung und ganz schnell Akzeptanz innerhalb der Mannschaft erlangt.“ Eine Woche vor dem Auftakt in die Saison hat sich bei der BVB-Reserve auch ein personelles Gerüst herausgebildet. Dabei überraschten Schneider die U19-Leihgaben Marcel Kandziora und Julian Koch, „die auf jeden Fall zum erweiterten Stamm gehören“, wie der Trainer verriet.
Spvgg Erkenschwick – SC Hassel 4:0
Gerade erst - nach kurzem Intermezzo beim VfB Hüls – an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt und gleich der Mann des Spiels. Thomas Falkowski heimste sich beim 4:0-Erfolg der Spielvereinigung ein Sonderlob des Trainers Jürgen Klahs ein: „Er war der ruhende Pol in der Abwehr und hat seine Mitspieler hervorragend dirigiert.“ Doch auch der Rest seiner Truppe sorgte bei für Begeisterung beim Coach: „Das gibt natürlich Selbstvertrauen. Obwohl der Erfolg ein bisschen hoch ausgefallen ist. Der Unterschied war einfach, dass wir unsere Chancen genutzt haben.“
Torschützen für die Hausherren waren Tobias Bockhoff, Mirko Grieß, Arek Grad. Den Schlussakkord setzte Falkowski selbst. Klahs trat trotz der überzeugenden Vorstellung vorsichtshalber noch mal auf die Euphoriebremse: „Wir haben jetzt noch einen Test, ehe es zum Saisonstart nach Rheine geht. Das wird natürlich noch mal ein anderes Kaliber, da gilt es für uns, fit zu sein.“ Der SC Hassel hatte nämlich überraschend wenig entgegenzusetzen. Noch nicht einmal der Sportliche Leiter der Gäste, Rüdiger Kürschners, wollte sich über die deutliche Schlappe beschweren: „Wir haben nur 20 Minuten Fußball gespielt. Nach dem ersten Gegentor sind wir dann nicht mehr richtig ins Spiel gekommen, daher geht die Niederlage auch in dieser Höhe in Ordnung.“
FC Schalke 04 II – Twente Enschede II 1:0
Florian Thorwart markierte nach einem Freistoß von Danny Latza per Kopf den Treffer des Tages. "Wir haben kompakt gestanden und wenige Chancen zugelassen“, berichtete Schalke-Coach Markus Högner. Nur mit der Chancenauswertung seiner Schützlinge war der Trainer nicht ganz zufrieden. "Im zweiten Durchgang hatten wir noch drei Situationen, in denen wir alles klar machen konnten", resümierte Högner.
Mit Gustavo Varela und Peter Lövenkrands sammelten zudem zwei Akteure aus der Schalker Profimannschaft Spielpraxis in der „Zweiten“. Während der Uruguayer in den ersten 45 Minuten ran durfte, konnte sein dänischer Kollege die volle Spieldauer mitgehen. "Sie haben einen guten Eindruck gemacht. Gustavo hat ruhig und abgeklärt gespielt. Peter hat auf der Außenbahn sehr viel Druck erzeugt und uns viele Torchancen ermöglicht", lobte Högner das Profi-Duo, das sich nach den überstandenen Verletzungen wieder in die Bundesligaelf hinein spielen will.
BVB U19 – Braunschweig U19 2:5
Erst eine 0:4-Pleite gegen Hertha BSC, nun eine misslungene Generalprobe gegen Braunschweig vor dem Bundesliga-Auftakt in Duisburg - BVB-Trainer Peter Hyballa war mächtig angefressen. „Wir haben eine schwache Leistung gezeigt und werden im Training in den nächsten Tagen Feuer reinbringen. Denn gerade in Sachen Bissigkeit war uns die Eintracht voraus.“ Zwar gingen die BVB-Junioren durch Tolgay Arslan in Führung, doch danach offenbarten sie enorme Schwächen im Defensivverhalten. Zur Pause stand es 1:3, „die Braunschweiger konnten wie die Bullen durch die Abwehr rennen“, schimpfte Hyballa. Victor Huschka konnte nach dem Seitenwechsel zwar noch verkürzen, aber fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und erneute Unkonzentriertheiten sorgten letztlich für die deutliche Pleite.
„Licht und Schatten ist bei jungen Spielern normal, bei uns gibt es im Moment leider viel Schatten“, konstatierte Hyballa, der auf die verletzten Saban Ferati (Faserriss im Oberschenkel), Mario Götze (krank) sowie auf die Regionalliga-Abstellungen Julian Koch, Marcel Kandziora und Kai-Bastian Evers verzichten musste. „Wir haben gut auf die Schnauze bekommen, aber zum Glück ging es nicht um drei Punkte. Die Jungs müssen halt 120 Prozent gegen alle Gegner abliefern“, unterstrich der Coach, der sich zumindest über eine gute Nachricht freuen durfte: Martin Zakrzewski feierte nach sechs Monaten Pause durch einen Kreuzbandriss wieder sein Comeback.
SV Lippstadt U19 – VfL Bochum U19 1:8
Trotz Kantersieg: VfL-Trainer Dariusz Wosz war sauer über die Vorstellung seiner Mannschaft in Lippstadt. „Die Jungs sind im Moment nervös und spielen nicht mit der Freude, die ich von ihnen erwarte“, sagte der Coach, der prompt die Standpauke folgen ließ: „Ich habe dem Team klar meine Meinung gesagt, es gab schon ein kleines Donnerwetter.“ Die Treffer im letzten Test vor dem Bundesliga-Start erzielten Marc Rzatkowski (2), Ilkay Gündogan (2), Serkan Özdemir, Stefan Schattauer, Güngör Kaya sowie Ridvan Avci. Wenn es kommende Woche gegen Wuppertal ernst wird, erwartet Wosz aber mehr, immerhin hat der VfL keine Verletzten zu beklagen: „Da soll meine Elf mit Spaß spielen und drei Punkte holen.“
RW Ahlen U17 – Eintracht Dortmund U17 0:1
Während der Woche war Dortmunds Trainer Stefan Goms sauer über ein schwaches 1:1 bei den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn, nach dem Sieg in Ahlen durch ein Tor von Marcel Bieber gab er sich versöhnlich: „Von der taktischen Ordnung war das eine gute Vorstellung, wir haben kaum Chancen zugelassen“, sagte der Coach, der mit einem 4-5-1-System spielen ließ. „So stehen wir kompakter, das muss auch in der Bundesliga unser Ziel sein.“ Probleme bereitet Goms derzeit die Verletzung von Sebastian Homann, der an einer Sprunggelenks-Prellung laboriert. „Wenn uns so Leistungsträger ausfallen, ist das schon bitter.“ Heute tritt die Eintracht um 11 Uhr zum letzten Testspiel bei der U17 von Union Solingen an, nächste Woche treffen sie zum Saisonauftakt auf Rot-Weiss Essen. Goms: „Wir wissen noch nicht, was in der Bundesliga auf uns zukommt und sind gespannt.“
