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Peckolt-Brüder segeln zu Bronze
Chaos im Sturmrennen

Nach einem chaotischen Rennen haben sich Jan-Peter und Hannes Peckolt zunächst Bronze gesichert. Allerdings hat das Rennkomitee Protest eingelegt, eine Neuansetzung ist möglich.

Den Turbulenzen auf dem Wasser folgte die Unruhe an Land. Während die deutschen Teammitglieder die potenziellen Medaillengewinner Jan-Peter und Hannes Peckolt freudestrahlend empfingen, wollten sich die Gefeierten noch nicht so recht freuen.

"Wir wissen nicht, welche Proteste es gegeben hat. Daher wollen wir nicht zu früh jubeln", sagte Hannes Peckolt. Die raue See im Gelben Meer hatte die Brüder in einem dramatischen Medaillenrennen auf den Bronzeplatz des vorläufigen Endklassements gespült. Es folgten Stunden zwischen Hoffen und Bangen.

"So ein Rennen habe ich noch nie erlebt. Ich bin 20.000 Jahre älter geworden", sagte Peckolt-Trainer Rigo de Nijs nach einer von zahlreichen Kenterungen und Materialschäden geprägten Wettfahrt. Am schlimmsten hatte es die vor dem abschließenden Rennen führenden Dänen Jonas Warrer/Martin Ibsen getroffen. Schon vor dem Start brach den WM-Achten der Mast.

In ihrer Verzweiflung schnappten sich die Skandinavier nach ihrer Rückkehr in den Hafen das Boot der Kroaten und gingen mit Verspätung in die Wettfahrt. Es reichte zu Platz sieben und damit zur Goldmedaille - vermeintlich. Unter anderem legte das Rennkomitee gegen die dänische Crew Protest ein, der am Sonntagabend (Ortszeit) verhandelt wird. Die Peckolts könnten so auf den Silberplatz rücken oder ihre Medaille vorerst wieder verlieren, da auch eine Neuansetzung der Wettfahrt nicht ausgeschlossen schien.

DSV-Sportdirektor Hans Sendes zeigte sich trotz der unklaren Lage vom Auftritt seiner Crew begeistert. "Das waren die deutschen Tugenden. Die Jungs haben gekämpft und nie aufgegeben", sagte der Teamchef: "Die Peckolts haben sich sehr, sehr konzentriert vorbereitet. Das ist einfach nur toll." Sollte das Edelmetall den Brüdern aus Hamburg und Kiel bleiben, wäre es die erste Olympia-Medaille für den DSV seit acht Jahren.

Im Starboot rangieren Marc Pickel/Ingo Borkowski (Kiel/Babelsberg) derweil weiter auf Rang vier. Petra Niemann (Berlin) liegt im Laser Radial auf Rang 18, das Tornado-Duo Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) verbesserte sich vom zwölften auf den zehnten Platz.

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