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VfL: Test gegen Graafschap heute ohne "ersten Sturm"
Fehlende Harmonie

Die Länderspiel-Pause hatten sie sich an der Castroper Straße ganz anders vorgestellt.

Doch nach nur einem Punkt aus drei Begegnungen steht das traditionell nervöse Umfeld des VfL bereits wieder auf den Barrikaden. Alles ist schlecht, die Mannschaft taugt nichts und der Abstieg ist so gut wie besiegelt. Diesen Eindruck könnte man tatsächlich gewinnen, wenn man den Stimmen und Stimmungen in der Stadt nachgeht. Doch was ist passiert? In den bisherigen vier Pflichtspielen hat der VfL nicht gerade begeistert. Und lediglich die erste Stunde gegen Wolfsburg weckte die Hoffnung, dass die Mannschaft ihr primäres Ziel, Klassenerhalt, auch in diesem Jahr erreichen kann.

So wollen sie heute spielen: Heerwagen - Pfertzel, Maltritz, Mavraj, Bönig - Zdebel, Freier, Schröder - Azaouagh - Kaloglu, Mieciel

Nun gibt es aber auch gute Gründe, warum der VfL nicht so aus den Startlöchern gekommen ist, wie sich das alle erhofft haben. Vom Verletzungspech war in der Vorbereitung des Öfteren die Rede. Und die Folgen strahlen bis in den Saisonauftakt. Nicht ein einziges Mal hat ein gesunder Stanislav Sestak mit einem fitten Vahid Hashemian und einem einsatzfähigen Mimoun Azaouagh, Shinji Ono oder Slawo Freier während der gesamten Vorbereitung auch nur eine Halbzeit lang miteinander gespielt. Von Harmonie und Spielfluss kann da keine Rede sein. Ein Problem übrigens, das zum Beispiel auch eine Mannschaft wie Hannover 96 plagt, obwohl weder z.B. Forrsell oder Schlaudraff über Verletzungen klagen mussten.

Und so wird in Bochum weiter intensiv versucht, die fehlende Harmonie auf dem Feld durch viele Übungsstunden miteinander herzustellen. Doch wie schwer es ist, den Wunsch des Trainers in die Tat umzusetzen, beweisen schon wieder die ersten Trainingstage dieser Woche. Vahid Hashemian ist irgendwo auf der Welt für den Iran im Einsatz. Sestak ist zwar von seinem Blitzbesuch bei der Nationalmannschaft zurückgekehrt, aber die Freude darüber dauerte nicht lange. Der Slowake zog sich nämlich nach einem Krstajic-Tritt einen Haarriss im Zeh zu (Zehbruch), ein einwöchiges absolutes Sportverbot ist die Folge.

Und so wird es heute wieder nichts mit dem großen Einspielen. Um 15.30 Uhr im Testspiel gegen den holländischen Erstligisten De Graafschap, der sein Auftaktspiel in der Ehrendivision am vergangenen Samstag in Nijmwegen mit 0:2 verlor, muss Koller nämlich eben auf Sestak und Hashemian, also seinen ersten Angriff, verzichten. Dafür stürmen Sinan Kaloglu und Marcin Mieciel. Kaloglu übrigens, der schon einige gute Ansätze zeigte, wird in den kommenden drei Wochen neben dem normalen Trainingsbetrieb auch ein Zusatzprogramm absolvieren.

Während seine Kollegen sich am kommenden Wochenende über zwei freie Tage freuen, steht der Türke am Samstagvormittag gemeinsam mit Slawo Freier auf dem Trainingsplatz. Trainer Marcel Koller: "Wir werden intensiv mit ihnen arbeiten."
Neben Sestak sagte mit Daniel Imhof ein weiterer Nationalspieler seine Länderspielreise ab. Wie der Slowake verletzte sich auch der Kanadier, zog sich eine schwere Oberschenkelprellung zu und kann derzeit nur ein Lauftraining absolvieren.

Christoph Dabrowski kann selbst das nicht. Eine Fußverletzung, mit der er sich schon vor dem Derby herumschlug, ist so schmerzhaft, dass ein paar Tage Pause nötig sind. Mokierten sich viele nach dem Derby auf Schalke, dass Koller eventuell falsch ausgewechselt hatte, so steht nun die ernüchternde Tatsache fest, dass Dabrowski, Sestak und Imhof allesamt aus Verletzungsgründen das Feld räumen mussten.

Auffallend bei den gestrigen Trainingseinheiten, wie energisch und zweikampfbewusst der vorhandene Restkader übte. Das lag sicher zum einen an der Tatsache, das auf einem verkleinerten Spielfeld nicht viel Zeit zum Nachdenken ist und man sich gegenseitig auf den Füßen steht. Doch das hohe Engagement ist in jedem Fall der richtige Weg, um aus dem Formtief herauszukommen. Koller: "Vielleicht ist hin und wieder die Frage gestattet, warum das nicht immer so ist."

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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