Nach einer eher harmlosen Berührung an der Schulter des Schiedsrichters, die er mit den auch nicht gerade aggressiven Worten „dass kannst du doch jetzt nicht machen“ untermalte und anschließendem "Rot", traf Diderich nun die volle, gnadenlose Wucht von Justitia: Ein halbes Jahr kassierte der Spieler-Trainer von der Spruchkammer und kann sich nun auf seine Arbeit als Coach konzentrieren.
Diderich selbst sieht die Strafe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Aus Trainer-Sicht ist der Ausfall des Spielers Diderich natürlich ein herber Verlust. „Selbstverständlich könnte ich die Mannschaft weiterbringen und hätte mich in meiner Vorbildfunktion auch nicht zu einer solchen Aktion hinreißen lassen dürfen.“
Allerdings hat ja bekanntlich jede Medaille immer zwei Seiten und da Diderich schon länger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, kommt ihm aus der Spieler-Perspektive die unfreiwillige Pause dann nicht ungelegen. „Ich habe schon lange Knieprobleme und merke deutlich, dass ich seit meinem zweiten Lebensjahr Sport mache. Nun kann ich mich etwas schonen und auf meine Traineraufgaben konzentrieren.“
Und da hat er ja bekanntlich einige Baustellen zu beackern. Sportlich läuft es nämlich alles andere als rund beim TuS und die Verletztenliste wird auch immer länger. Und gerade jetzt steht auch noch das richtungweisende Duell gegen BW Huckarde an. „Aus meiner Sicht ist die Situation des TuS schon etwas tragisch. Man steht schon unten und da brechen einem sowohl die guten Fußballer weg - und was noch schwerer wiegt – jetzt auch noch die guten Kämpfer. Da stellt sich die Mannschaft am Sonntag praktisch von alleine auf.“
Bei so vielen Problemen auf einmal wird man dann auch irgendwie das Gefühl nicht los, dass die Gerechtigkeit derzeit durchweg einen ganz großen Bogen um „E-Town“ macht.
