Als Überraschungssieger durfte sich stattdessen der 1. JC Mönchengladbach feiern lassen, die im kommenden Jahr mit dem gestrigen Zweitplatzierten TSV Hertha Walheim in der höchsten Liga kämpfen.
„Es lief sehr unglücklich. Wir haben es leider nicht geschafft unsere Schwergewichte adäquat zu besetzen“, ging Bottrops Coach Urban nach der wiederholten Pleite auf Ursachensuche. Stefan Küppers, Verantwortlicher bei den Gladbachern, die sich als „krasser Außenseiter“ souverän mit 6:0 Punkten durchgesetzt haben, ließ sich von seinem Team hochleben und nannte die Gründe für den Überraschungserfolg: „Die Jungs haben eine überdurchschnittliche Leistung gezeigt, dies war vor allem durch ein unglaublichen Teamspirit möglich.“
Es kam gleich in der ersten Runde zu dem Duell der beiden Zweitligisten und der JC 66 musste direkt einen Rückschlag wegstecken. Der Italiener Antonio Ciano musste sich unerwartet gegen den für die Gladbacher startenden Slowenen Aljaz Sedej in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm geschlagen geben. „Dieser Punktverlust war nicht eingeplant. Es war auch für den Druck nicht förderlich, dass wir gleich gegen Gladbach kämpfen mussten“, gab Teammanger Volker Tapper zu Protokoll. Es blieb aber nicht der einzige Schlüsselkampf, denn auch in den folgenden Durchgängen musste der Ausrichter unerwartete Rückschläge wegstecken. Da bei der Relegation im Gegensatz zum Bundesligaalltag nur ein Durchgang gekämpft wird, die „zweite Halbzeit“ damit wegfällt, durften sich die Judoka keinen Ausrutscher erlauben. Vor der letzten Runde hatte zudem jeder Verein noch eine rechnerische Chance auf den Aufstieg. Am Ende fehlte den unterlegenen Bottropern lediglich ein Punkt um die Walheimer vom zweiten Rang zu verdrängen. Vierter Starter war der Bundesligaachte SV Georg Knorr, der sich nicht, wie im Vorfeld vermutet wurde, frühzeitig aufgegeben hatte, sondern sich wie alle Teilnehmer stark präsentierte.
An der fehlenden Unterstützung der Zuschauern dürfte die Niederlage der Urban-Mannschaft nicht gelegen haben. Alle Kämpfer auf der Matte wurden von ihren Kollegen und den mitgereisten Fans lauthals angefeuert. „Sicherlich ist nun die Enttäuschung darüber, dass es zum zweiten Mal nicht geklappt hat, in unserem gesamten Umfeld groß“, betonte der Trainer und Tapper ergänzte: „Wir müssen uns nun Gedanken darüber machen, wie es weitergeht und uns so schnell wie möglich neu motivieren.“ Aber auch auf die siegreichen Gladbacher, den der bisher größte Erfolg in ihrer 50-jährigen Vereinsgeschichte gelang, kommen nun die Probleme zu. Für die Aufstiegsrunde konnten die zwei besten Slowenen Sedej und Simon Mohorovic gewonnen werden, unklar ist, ob die auch in der neuen Saison für den 1. JC starten. „Wir haben ein gutes Konzept, Geld ist bei uns zweitrangig. Die erste Bundesliga wollen wir für weitere Kontakte nutzen. Das große Ziel ist Olympia“, erklärte Coach Küppers.
Während der JC 66 Bottrop dem selbst aufgebauten Druck nicht standhalten konnte, glänzten die Gladbacher mit jugendlicher Unbeschwertheit.
