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Freiburg findet in die Erfolgsspur zurück/Stanislawski sah die Wahrheit
"Wir bekamen nichts gebacken"

Dem Versagen wurde eine Absage erteilt. Der SC Freiburg gewann nach zwei Niederlagen in Folge das Topspiel der 2. Bundesliga gegen den FC St. Pauli 2:0 (0:0) und kletterte auf Rang drei der Tabelle.

Die Kiez-Kicker schlugen den anderen Weg ein, nach drei Serien-Siegen landete man wieder auf dem Boden der Tatsachen. Holger Stanislawski, Pauli-Coach, blieb komplett ehrlich: "Wir sind mit dem 0:2 noch gut bedient." Die Wahrheit tut weh, muss aber genannt werden. "Wir waren schlecht, ohne Mut, das war eine Vorführung", ergänzte Stanislawski, "wir waren immer einen Schritt zu langsam." Oder sachlich auf den Punkt gebraucht: "Wir haben überhaupt nichts gebacken bekommen. Der Freiburger Erfolg ist hochverdient." SC-Coach Robin Dutt freut sich: "Man sah eine deutlich andere Körpersprache, mein Team wollte eine Antwort geben." Vor allen Dingen auf das katastrophale 0:4 in Ingolstadt. Das gelang.

Nach etlichen Chancen konnten die Breisgauer in der 62. Minute endlich jubeln. Suat Türker traf nach einer von "Mo" Idrissou per Kopf verlängerten Ecke aus kurzer Distanz zum 1:0. Es war da erste saisonale Erfolgserlebnis des Sturmtanks, der vom Zweitliga-Absteiger Offenbach kam und in den letzten Jahren eigentlich immer Zweistelligkeit für sich reklamieren konnte. Türker: "Ich bin glücklich, dass es geklappt hat. Wir wussten, es würde schwer, Geduld war wichtig. Die letzten zwei Wochen sind nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir wollten etwas gut machen, vor allen Dingen läuferisch und kämpferisch."

Kevin Schlitte machte mit dem 2:0 (65.) alles klar. Türker bereitete das Endergebnis vor. Beide Treffer nach Standards - Stanislawski: "Fahrlässig, das waren Gastgeschenke. Wir waren in allen Belangen unterlegen." Dutt sah alles eher "als bezeichnend an, Suat stand da, wo er hin gehört, deshalb haben wir ihn geholt."

Pauli-Stürmer Marius Ebbers hatte eine ganz andere Stimmung als Türker, sah "überhaupt keine Chance für uns." Florian Bruns verfehlte einmal knapp - mehr war auch mit gutem Willen nicht zu finden. Ebbers: "Wir haben die Courage vermissen lassen und zwar von der ersten bis zu letzten Minute." Der Ex-Aachener sah "viel zu viele lange Bälle, das ist nicht unser Spiel. Zweite Bälle haben wir auch abgegeben." Ebbers' Fazit: "So Tage gibt es." Nur nicht zu oft.

Nach zuletzt neun Zählern in Serie ein Rückschlag für die Nordlichter. "Man hatte uns ja schon wieder irgendwo hingehoben, wo wir noch nicht hingehören", grübelte Stanislawski. Der Begriff Aufstieg kursierte in Hamburg. "Wir haben uns über die letzten drei Siege gefreut, das darf man auch, aber in dieses Horn haben wir nicht mit hineingestoßen."

Schlitte darf das für seinen Club: "Nach den letzten beiden Niederlagen war der Sieg superwichtig, wir konnten zeigen, wir sind noch da." Der Mittelfeldspieler schaut zufrieden auf die Rangliste: "Platz drei ist schön, noch einer hoch, dann hätten wir einen richtigen Aufstiegsrang. Aber das ist noch ein langer Weg. Jeder hat einmal einen Hänger." Freiburg legte seinen ad acta.

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