Der MSV Duisburg kam am Freitagabend nicht über ein 0:0-Unentschieden gegen Tabellenschlusslicht FSV Frankfurt hinaus. Dementsprechend deutlich fiel dann auch das erste Fazit des "Neu-Zebras" aus: "Ich bin einfach nur enttäuscht", äußerte sich der Meidericher Linienchef nach dem Abpfiff, schob aber postwendend nach: "Von der Einstellung kann ich meiner Elf allerdings keinen Vorwurf machen."
Und tatsächlich,der MSV begann gut und entwickelte wenigstens in den ersten zwanzig Minuten der Partie Druck nach vorne. Klare Torgelegenheiten blieben gegen einen destruktiv agierenden Gegner jedoch Mangelware. Einzig Olcay Sahan, der in einer insgesamt enttäuschenden Zebra-Elf zu den Aktivposten gehörte, vermochte mit seinen beiden Gelegenheiten die gut 11.000 Zuschauer im weiten Rund sporadisch zu begeistern (15., 41.).
Von der anfänglichen Euphorie oder dem in der Woche vor dem Match oft zitierten "Neururer-Effekt" war dann aber spätestens mit dem Beginn der zweiten 45 Minuten nichts mehr zu spüren. Der MSV verfiel in seinen alten Trott. Das Spiel über die Flügel verflachte von Minute zu Minute mehr, einzig Olivier Veigneau vermochte mit seinen Vorstößen hin und wieder für spielerische Elemente im sonst arg limitierten Aufbauspiel der Gastgeber zu sorgen.
Zum Erfolg führte freilich auch das nicht, zumal mit Sandro Wagner Duisburgs einziger echter Spitze beinahe jede Bindung zum Spiel fehlte. Zu allem Überfluss war es ausgerechnet der Neuzugang aus München, der in der 65. Spielminute die vielleicht größte Chance des MSV - neben einem Lattenkracher von Cedric Makiadi (52.) - nicht verwerten konnte.
Und so schlich sich bei den Blau-Weißen mit zunehmender Spieldauer einmal mehr die große Verunsicherung ein. Die Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt ihre zaghaften Offensivbemühungen völlig eingestellt und machten es sich mehr und mehr vor dem eigenen Sechzehner gemütlich. Ein Spiel, das selbst den mitgebrachten FSV-Anhang nicht begeistert haben dürfte, letztendlich aber zum Punktgewinn an der Wedau reichte.
So blieb Neururer, der sich unter der Woche ein schlechtes Spiel garniert mit drei Punkten gewünscht hatte, schlussendlich nur Ersteres, gepaart mit der Erkenntnis, dass wohl nur langfristige Arbeit den Erfolg zurück in den "Zebra-Stall" bringen kann. Etwaigen Fragen nach dem Aufstieg seiner Mannschaft erteilte der 53-Jährige dann auch prompt eine Absage: "In der jetzigen Situation vom Aufstieg zu sprechen ist sicherlich völlig fehl am Platz."
Dass der Zebra-Tross sich hingegen gar in Richtung Liga drei bewegen könnte, hielt Neururer hingegen für "reine Panikmache." FSV-Coach Thomas Oral, der sich angesichts des riesigen Interesses an "Debütant" Neururer fast ein wenig alleine vorkommen musste, war mit seinem Team hingegen zufrieden: "Wir haben uns heute gut präsentiert und sind mit dem Punkt durchaus zufrieden." Ein Gefühl, mit dem nach diesem MSV-Auftritt wohl einzig die Akteure auf Frankfurter Seite nach Hause gegangen sein dürften.




