„Wir haben heute zwei Halbzeiten gesehen. Bis zur 30. Minute stand Herne defensiv gut, hat sich Konterchancen erarbeitet und durch die starke Leistung von Christian Lüttges eine 2:0-Führung erspielt“, analysierte Gäste-Trainer Fred Caroll die Partie. „Ab der 30. Minute konnten wir das Tempo weiter hoch halten und nicht zuletzt deshalb kassierten die Herner einige vermeidbare Strafzeiten und wir konnten das Match noch drehen. Den Hernern fehlen noch Kleinigkeiten, um in der Liga auf Augenhöhe mit den Gegnern zu sein, aber es sind eben entscheidende.“
Von Beginn an präsentierten sich die Wetterauer als die bessere Mannschaft, hatten nur eine kurze Schwächephase zu Beginn des Mitteldrittels. Das Team um den Ex-Herner Alexander Baum „schenkte“ den Gastgebern praktisch die Treffer. Beim 1:0 von Danny Fischbach ließ Torhüter Daniel Wrobel einen Schlagschuss durchrutschen und beim 2:0 schloss Patrick Asselin ein Unterzahl-Break erfolgreich ab. Das war eine der wenigen auffälligen Szenen von ihm. Ansonsten blieb er ebenso blass wie Cameron Mann, der gegenüber der Vorwoche aber verbessert agierte. Nils Liesegang versauert derweil im Block mit den beiden Nordamerikanern. Nach wie vor gibt es keine Reihe, die auf die Vollstreckerqualitäten des Herner Eigengewächses zugeschnitten ist, was dessen Stimmungslage kaum hebt.
Überhaupt war Tom Maldonado gestern der einzige Kontingentspieler im Herner Trikot, der einem Qualitätsvergleich mit den Import-Akteuren im gegnerischen Team hätte Stand halten können. Die komplette Führung der Füchse Duisburg war am Freitag in der Gysenberghalle und wird hier womöglich mit Gesellschafter Shannon McNevan und Geschäftsführer Matthias Roos noch einmal Klartext über Veränderungen geredet haben. Dass es noch einmal einen personellen Schnitt geben wird, ist klar, offen nur, wie er letztlich aussehen wird. Alle berufstätigen Cracks und die Kontingentspieler dürften die schlechtesten Karten haben.
Mit der Spielmitte verloren die Herner dann völlig ihre spielerische Linie, offenbarten sich wieder zum Teil erhebliche Mängel im Zusammenspiel, die auch durch unbändigen kämpferischen Einsatz aller HEV-Akteure nicht ausgeglichen werden konnten. Vielmehr bereitete man Gegentreffer durch unnötige Strafzeiten vor. „Ich bin da langsam aber sicher mit meiner Geduld am Ende. Wir haben uns wieder selbst geschlagen. Als einzig Positives verbleibt, dass wir heute vergleichsweise wenige Gegentore kassiert haben“, bilanzierte ein ernüchterter HEV-Coach Niklas Sundblad.
