Startseite » Fußball » Regionalliga

RWE: Kölmel-Angelegenheit ist unterschriftsreif
4. März 2009 wird Meilenstein

Ein 2:0-Sieg über Elversberg, eine Erfolgsserie von 13 Zählern aus den letzten fünf Matches.

RWE geht mit Coach Michael Kulm sportlich voran, wenn es um die Wegbereitung der Zukunft des Deutschen Meisters von 1955 geht. Unter der Woche fand die Ratssitzung der Stadt Essen statt. In dieser wurde auch administrativ klar Position bezogen. RWE und die Metropole sollen ein neues Stadion erhalten, der 4. März 2009 wurde als Zeitpunkt fest ins Visier genommen, darüber - es soll einen mehrphasigen Neubau geben - entgültig zu beschließen. Im Vorfeld wurde vom Club die Initiative "Kämpfen für Essen" präsentiert.

Stefan Meutsch, Vorstandsmitglied von RWE: „Wir haben uns über diesen nächsten wichtigen Schritt natürlich sehr gefreut. Nun gilt es umso mehr, auch im sportlichen Bereich den anderen, extrem wichtigen Schritt in Liga drei hinein zu tun."
Für Vorstandkollege Nico Schäfer steht fest:„Dieser Beschluss stärkt die Glaubwürdigkeit unserer bislang geführten Gespräche mit Sponsoren. Dies wird uns Rückenwind für die laufende Saison geben und uns auch für das im Januar 2009 beginnende Lizenzierungsverfahren stärken."

Nico Schäfer.

Vor der Ratssitzung kamen durch die NRW-Landespolitik pünktlich Meldungen, wodurch bereits medial von einer "Roten Karte" für das Stadionprojekt gesprochen wurde. Dass die finale Absegnung erst für den nächsten März anvisiert wird, lässt im Umfeld weitere Stimmen laut werden, die von einem Wackelvorhaben sprechen.

Dietmar Bückemeyer, Aufsichtsratsvorsitzender von RWE: „Mit diesem Grundsatz-Beschluss sind Dinge auch formal durch den Rat der Stadt in überwältigender Mehrheit beschlossen worden. Nun gilt es, die letzten Hürden zu meistern." Der Mann ist in Personalunion auch Technischer Vorstand der Stadtwerke Essen, sitzt also, wenn es um Informationen geht, an der Quelle: "Wir vom Verein werden schnellstmöglich die für uns zu erledigenden Aufgaben bearbeiten und in Verbindung mit der Stadt alles vorbereiten, so dass wir am 4. März auch den letzten Schritt machen werden.“

Bückemeyer ist dafür bekannt, als Stadtvertreter im Club-Gremium jedoch keinesfalls ein Rädchen zu sein, an dem seitens der Stadt leicht gedreht werden kann - was vielleicht so einige überraschte. Er vertritt vehement die Club-Interessen.
RWE muss weiter an Bedingungen arbeiten, die für den 4. März 2009 das positive Feld bereiten. Meutsch bestätigt zum wiederholten Male die Notwendigkeit, "dass wir Strukturen schaffen müssen und wollen. Das ist mit der Stadt vereinbart."

Mit der Zukunft soll der Club nicht überfordert sein. Meutsch: "RWE muss fit gemacht werden." Es geht, das betont der erfolgreiche Unternehmer (VVA Kommunikation), um das "Vertrauen privater wie öffentlicher Investoren und Sponsoren in die Führung des Vereins sowie in die nun zu schaffenden Gesellschaften." Insbesondere die Spielbetriebs- und die Vermarktungsgesellschaft.

Thomas Strunz.

Um die neu ins Leben zu rufen, muss das Verhältnis mit Dr. Michael Kölmel, dem Rechteverwerter und Filmehändler (MK-Medien-Gruppe), neu geregelt werden. Geld, dass von Partnern an den Club geht, darf nicht sofort weiter in die Kölmel-Kasse fließen. Mit Kölmel verbindet RWE eine Millionen-schwere Liaison, die eine blutrote Farbe hat. Abstand von diesen Verbindlichkeiten zu erlangen, das ist die wichtigste Aufgabe. Auch in diesem Fall hat die Stadt das Ruder bekanntlich übernommen. Thomas Strunz, Geschäftsführer Sport bei RWE, war bei der Ratssitzung am Mittwoch persönlich vor Ort. Und der Ex-Profi schaute nicht nur genau hin, er hörte auch exakt zu. Strunz: "Nach Aussage von Stadtdirektor Christian Hülsmann in dieser Sitzung sind die Verträge zur Lösung der Problematik unterschriftsreif."

Sollten die Papiere signiert werden und die Tinte trocken sein, darf dem 4. März mit berechtigtem Selbstbewusstsein entgegen geblickt werden. Die Bagger sollen dann möglichst bald rollen, was gebaut wird, wird sich dann herausstellen. Bückemeyer erwähnt "grundsätzlich zwei Varianten, die beide die Möglichkeit bieten, die unser Verein benötigt, um unseren Traum vom Bundesliga-Fußball in Essen Wirklichkeit werden zu lassen."

Wie gesagt, Bückemeyer spricht von "wir" und "uns". Bückemeyer: "Wir werden gemeinsam mit der Stadt die für alle optimale Lösung erarbeiten. Dabei werden wir unsere Erfahrungen aus der täglichen Arbeit in und mit einem Stadion natürlich einbringen.“

Strunz macht deutlich, dass "eine Stadion-Entscheidung insgesamt ein sehr komplexes Thema ist." Der Club war in den letzten Monaten, bis zum Start der angesprochenen Kampagne, die super gepowert wurde durch die Auszeichung zum "Ort der Ideen", eher stiller Beobachter. Strunz: "Diese Planungen bedürfen immer eine enge Abstimmung mit den Bedürfnissen eines Stadion-Nutzers." Also RWE. Strunz: "Wir waren in diesen Fragen natürlich sehr eingebunden."

So dass auf die Verantwortlichen keine Entwicklung in den letzten zwei Wochen wirklich überraschend zu kam. Auch nicht die zeitlich erstaunliche - oder eben nicht erstaunliche - Regung der NRW-Politik. Strunz: "Auch auf Grund dieser engen Gespräche und Erfahrungen der letzten Wochen und Monate bin ich absolut davon überzeugt, dass wir als RWE in Verbindung mit der Stadt und den großen Unternehmen in der Stadt die Möglichkeit haben, in eine positive Zukunft durchzustarten und eines der Aushängeschilder Essens zu werden.“ Es ist zweifellos angenehm, dass Strunz die zu oft strapazierten Begriffe "Mythos" und "Marke" vermeidet.

Schäfer geht mit dem Gesamtzusammenhang eher pragmatisch um: "Für die Investoren sind jetzt die Inhalte konkretisiert. Durch den Ratsbeschluss sind sowohl die zukünftige Clubstruktur als auch die Varianten des Stadions eng eingegrenzt und erleichtern die Gespräche ungemein.“ Erfolge gegen Leverkusen und in Oggersheim würden das parallel auch tun.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

RevierSport an der Hafenstraße
die Facebookseite für alle RWE-Fans

RevierSport Digital

Im günstigen Abo oder als Einzelheft

Jeden Montag und Donnerstag Fußball ehrlich und echt von der Bundesliga bis zur Bezirksliga. Im günstigen Abo oder als Einzelheft auf ihrem PC, Mac oder mobilem Endgerät.