Denn das 1:2 gegen den HSV war bereits die vierte Pleite in Serie. Der einzige positive Aspekt: Durch die Erfolglosigkeit der Keller-Konkurrenz bleibt der Abstand nach unten bei noch beruhigenden sieben Zählern. Aber die Alarmglocken schrillen immer deutlicher: Zum einen ist da die offensive Dreierreihe hinter der Torgarantie Milivoje Novakovic, die im Prinzip die ganze Spielzeit über keinerlei Gefahr ausstrahlen konnte.
Der zentrale Mann der „Kette“ Roda Antar hat nur die Konstante, seine Form aus dem Aufstiegsjahr nicht zu finden. Trotz der Torvorlage gegen den HSV. Ansonsten fiel Antar nur durch das böse Foul gegen Alex Silva auf und durch seine Diskutierfreudigkeit in Richtung Publikum auf. Da konnte man nach 78 Minuten sogar die ersten Rufe „Antar raus“ vernehmen. Zudem sah Keeper Faryd Mondragon erneut bei den Gegentreffern nicht glücklich aus.

Pierre Wome (Foto: firo).
Auch ein Pierre Wome verschuldete mit seinem verlorenen Kopfballduell vor dem 0:1 gegen Mladen Petric nicht den ersten Treffer in den letzten Wochen mit. Fehlerketten, die sich speziell bei Standards (siehe das 0:2) immer wiederholen. Wenn dann noch die beiden Leistungsträger Pedro Geromel und Petit aufgrund ihrer Blessuren nicht die volle Leistung abrufen können, dann wird es eng. Nach dem Match gegen den HSV stellte sich FC-Coach Christoph Daum den Fragen rund um den nun vier Mal in Folge besiegten FC.
Christoph Daum, geht die Pleite gegen den HSV in Ordnung?
Wir haben gegen einen stärkeren Gegner verloren. In der ersten Hälfte war der HSV sehr gut. In der zweiten hat er das Ergebnis verwaltet und auf Konter gelauert. Wir hatten Glück, nicht noch den dritten Treffer kassiert zu haben. Nach dem Wechsel haben wir kämpferisch überzeugt, aber ich kann mit diesen gravierenden individuellen Fehlern nicht einverstanden sein. Da hat man den Unterschied gesehen zwischen einem Aufsteiger und einem Team, das seit Jahren international vertreten ist. Da können wir nur bestehen, wenn wir am Limit agieren. Und das haben einige Jungs nicht erreicht.
Und was bedeutet das?
Das wir uns nicht mit dem HSV messen können. Unser Spiel ist das gegen den VfL Bochum in einer Woche, da müssen wir nun die ganze Konzentration drauf legen.
Dann ohne Petit, der die fünfte Verwarnung sah. Wie soll das gehen?
Petit hat keine Vorbereitung absolviert und hat das zuletzt mit seiner Erfahrung kompensiert. Für ihn kommt diese persönliche Zwangspause sicher gelegen. Er hat trotz seiner Leistenprobleme gespielt, wir hatten nicht die Möglichkeit, ihn zu schonen. Er ist eine Führungsperson. Ich habe ihm gesagt, ich stelle ihn auf, solange er laufen kann. Jetzt ist es an der Zeit, ihm danke zu sagen für das, was er bisher hier geleistet hat. Er wird uns in Bochum an allen Ecken und Enden fehlen, ich muss mir was einfallen lassen.

Gesperrt: Petit (Foto: firo).
Manasseh Ishiaku kam nach der Pause rein und belebte die Offensive. Ist er für Bochum ein Startthema?
Für mich war wichtig zu sehen, wie zeigt er sich. Wir müssen für die Rückrunde wissen, können wir auf ihn bauen, dafür brauchte ich eine solche Rückmeldung. Die war positiv. Für 90 Minuten reicht es wohl noch nicht, daher würde schon ein Wechsel feststehen, wenn ich ihn von Beginn an bringe.
Was sagen Sie zu den vielen Böcken vor den Toren?
In der Tat hat sich bei dem einen oder anderen eine Fehlerhäufigkeit eingestellt, die sich ändern muss. Wir sind bereit, auch Fehler zuzulassen, aber die Anzahl missfällt mir. Die Frage ist, wie reagiert man? Ich versuche es mit Gesprächen, um die Jungs zu stärken.
Die Offensive hängt am Tropf von Novakovic. Abseits der Personalie Lukas Podolski, muss man da nicht noch nachbessern im Winter?
Wir sind in der Situation, wo ich sagen kann, ich kann mir auf vielen Positionen Verstärkungen vorstellen. Aber wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten. Daher ist es meine Aufgabe, die vorhanden Kicker besser zu machen anstatt von irgendwelchen Transfers zu sprechen. Ich will mit der Truppe, die ich hier habe, das Maximum erreichen.

Roda Antar (Foto: firo).
Dazu gehört auch Antar, der sich gleich auf mehreren Tribünen mit den Fans anlegte. Er hat weiter keinen Treffer auf dem Konto und rennt seiner Form hinterher. Wie haben Sie ihn gesehen?
Vor dem Wechsel war ich mit einigen nicht einverstanden. Nach der Pause ging das in Ordnung, ich habe bei Roda eine Steigerung gesehen, daher war es eine akzeptable Leistung.
Sie sprechen davon, das Personal besser machen zu wollen. Wie steht es dabei um die Nachwuchsakteure, zum Beispiel Taner Yalcin, der als großes Talent gilt?
Er ist ein riesiges Talent. Er ist gerade dabei, dem Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich zu packen. Wenn er lernt, seinen – ich nenn ihn mal Babyspeck – abzulegen, kann er schnell Fuß fassen. Taner hat tolle Anlagen, er sollte seinen Weg machen. Ich werde ihn in der Rückserie mehr fordern, aber seine Entwicklung braucht auch die nötige Zeit.


















