Startseite » Fußball » 1. Bundesliga

VfL: 1:2 gegen Köln war ein Spiegelbild der Hinrunde
Bochum überwintert im Keller

Da gibt es nichts schönzureden. Nach der enttäuschendsten Hinrunde der Vereinsgeschichte überwintert der VfL nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den 1. FC Köln zumindest bis Februar auf einem Abstiegsplatz.

Wer aus 17 Spielen nur einen Sieg schafft, der braucht sich über die dramatische sportliche Situation nicht zu wundern. Wenn es überhaupt noch ein Fünkchen Hoffnung im VfL-Lager gibt dann deshalb, weil die Konkurrenz aus Cottbus, Karlsruhe und Bielefeld gerade mal zwei, drei Punkte enteilt ist. Die gestrige Begegnung gegen Köln war eigentlich ein Spiegelbild der gesamten Hinrunde.

Wenn FC-Coach Christoph Daum nach dem Spiel feststellt, "ich habe in der gesamten Hinrunde noch nie so viele Fehler von uns gesehen wie in Bochum. Um so erfreulicher ist es, dass wir gewonnen haben", dann ist eigentlich wieder alles über den paradoxen Spielverlauf gesagt. Denn VfL-Trainer Marcel Koller hat ja nicht Unrecht, wenn er nach dem Spiel resignierend feststellt, dass seine Mannschaft über den fast kompletten Spielverlauf die bessere Mannschaft war und am Ende "Köln aus zwei Chancen zwei Tore macht".

VfL-Sportvorstand Thomas Ernst hatte nach dem Schlusspfiff bei Premiere seine schwersten Momente seit seiner Vertragsunterschrift an der Castroper Straße zu bestehen: "Wir werden in den nächsten Tagen die sportliche Situation knallhart analysieren. Wir selbst, der Trainerstab und auch die Spieler stehen auf dem Prüfstand." Und dann fügte er hinzu: "Eines versichere ich, so wird es nach der Winterpause nicht mehr weitergehen."

Man darf sicher sein, dass dies keine Worthülsen sind. Fest steht aber, dass Koller auch am 2. Januar, wenn der VfL in die Vorbereitung startet, weiterhin Cheftrainer ist. Denn schließlich präsentierte sich das Team auch gegen Köln zwar erfolglos aber keinesfalls ohne Leidenschaft und schon gar nicht desolat. Viel eher dürfte der VfL allen Dementis zum Trotz versuchen, personelle Veränderungen vorzunehmen. Da einige Spieler, wie zum Beispiel Danny Fuchs, mit ihrer persönlichen Situation in Bochum unzufrieden sind, könnte sich der eine oder andere Abgang in der Winterpause vollziehen. Was den Verantwortlichen Spielraum für neue Transfers bringen könnte. Denn keiner, das hat die Vergangenheit bewiesen, ist beim VfL so blauäugig, die Rückrunde so laufen zu lassen wie die erste Serie.

Gestern passte es wieder ins Bild, dass der beste Akteur auf dem Rasen, Joel Epalle, den Ball nicht im Tor unterbrachte, sondern die Kugel mit göttlicher Fügung zweimal nur Aluminium touchierte. Unglücklich auch, dass Schiedsrichter Dr. Jochen Drees vor dem 0:1 irrtümlich auf Freistoß entschied und beim zweiten Treffer ein Handspiel des eingewechselten Ehret übersah. Marcel Maltritz, der danach mit einem zu kurzen Rückpass Wegbereiter zum 1:2 war: "Er hat hinterher sein Handspiel zugegeben."

Am Sonntag verschwinden die Akteure in alle Himmelsrichtungen in den Weihnachtsurlaub. Zurück bleiben Ernst und der Aufsichtsrat, der einmal mehr die unangenehme Aufgabe hat, die Scherben zu kitten, die ein nicht immer konzentriertes, oft verletztes und manchmal auch schlicht glückloses Team zurückgelassen hat.


Kurz Notiert / Amateurfußballnews

RevierSport anne Castroper
die Facebookseite für alle Bochum-Fans

RevierSport Digital

Im günstigen Abo oder als Einzelheft

Jeden Montag und Donnerstag Fußball ehrlich und echt von der Bundesliga bis zur Bezirksliga. Im günstigen Abo oder als Einzelheft auf ihrem PC, Mac oder mobilem Endgerät.