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Cross-EM: Birte Bultmann mit Team-Platz zehn zufrieden
Dreck und Matsch für notwendige Härte

Es war eine Qual, aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Bei den Cross-Europameisterschaften in Brüssel belegte Birte Bultmann mit dem deutschen Frauen-Team einen guten zehnten Platz.

Mit einer Zeit von 29:57 Minuten über acht Kilometer reichte es in der Einzelwertung für Rang 43. Im Interview mit RevierSport erzählt die 34-Jährige, warum die Cross-Strecke eine gute Grundlage für den Sommer bildet und was sie sich für das kommende Jahr vorgenommen.

Birte Bulthaupt, bei der EM belegten Sie mit dem Team den zehnten Rang. Zufrieden?

Eigentlich war es unser Ziel, unter die ersten acht Mannschaften zu kommen, das haben wir leider verpasst. Wenn man bedenkt, dass wir nur vier Frauen im deutschen Team waren, dann ist eine bessere Wertung nicht so einfach.

Mit dem Untergrund hatten Sie auch etwas zu kämpfen, oder?

Die Strecke war sehr tief und dadurch extrem anspruchsvoll. Ich habe in den Schlammpassagen einiges an Kraft einbüßen müssen. Denn mir liegt ein festes Geläuf einfach besser.
Dennoch hat es Spaß gemacht und ich möchte das Erlebnis nicht missen.

Sie sind auf der Straße ebenso erfolgreich wie als Crossläuferin. Wie lassen sich diese beiden Disziplinen verbinden?

Es gibt ja einige Langstreckenläufer, die den Winter über an Crosswettkämpfen teilnehmen. Dadurch erarbeitet man sich auf jeden Fall eine notwendige Härte, denn die Rennen sind anstrengend. Diese Robustheit kann man dann auf der Straße oder der Tartanbahn gut gebrauchen. Außerdem ist ein Crosswettkampf spannender.

Warum?

Es kann immer etwas passieren, der Ausgang des Rennens ist praktisch immer offen. Natürlich gibt es Favoriten, aber je nach Zustand des Bodens ergeben sich andere Konstellationen. Das macht es interessant.

Gibt es auch Nachteile?

An der Geschwindigkeit kann natürlich nicht gearbeitet werden, denn Crossrennen sind immer langsamer als in der Halle. Dadurch, dass ich mich im kommenden Sommer auf die 5.000 und 10.000 Meter konzentrieren werde, hat mein Trainer Tono Kirschbaum aber sein Okay gegeben.

Was ist mit den 3.000 Meter Hindernis?

Durch immer wieder kehrende Rückenschmerzen und Bandscheibenprobleme muss ich das sein lassen. Denn die Beschwerden stammen höchstwahrscheinlich von den Hindernissen.

Sie leben in Zeven, das liegt zwischen Hamburg und Bremen. Wie halten Sie da Kontakt zu Ihrem Vereinstrainer?

Tono schickt mir regelmäßig Trainingspläne. Das ist sicher nicht optimal, aber durch meine Erfahrung kann ich das ganz gut umsetzen. Außerdem habe ich hier meinen Job als Industriekauffrau.

Ihre Arbeitszeit haben Sie auf 30 Stunden die Woche verkürzt, um das Trainingspensum zu optimieren.

Das klappt auch gut, obwohl 20 Stunden natürlich noch besser wären. Aber ich muss ja auch Geld verdienen.

Schließen Sie sich einer Gruppe an oder arbeiten Sie lieber alleine?

Meistens bin ich alleine unterwegs, manchmal begleitet mich mein Vater auf dem Rad. Am Wochenende kommt mein Freund Carsten Schütz zu mir, der auch Co-Trainer in Wattenscheid ist. Der muss dann die Schuhe schnüren und mit mir laufen gehen.

Welche Wettkämpfe stehen in diesem Jahr noch an?

Direkt nach der EM habe ich es ruhiger angehen lassen, aber mit faulen Feiertagen ist auch nichts. Denn am 31. Dezember steht noch der Silvesterlauf in Trier auf dem Programm. Dort trete ich über fünf Kilometer an, auf die ich mich schon sehr freue, denn das ist eine Traditionsveranstaltung mit einer ganz tollen Atmosphäre. Am 3. Januar geht es dann mit dem TV Wattenscheid ins Trainingslager nach Andalusien. Nach einer Cross-Saison im Dreck und Matsch freue mich dann auch wieder auf die Straße.

Wann ist die Saison beendet?

Am 14. März finden in Ingolstadt die Deutschen Meisterschaften statt. Dort kann man sich auch für die WM am 28. März in Amman in Jordanien qualifizieren. Das wäre natürlich eine super Sache. Ich richte meinen Blick für das Jahr 2009 auch auf diese Wettbewerbe.

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