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MSV: Die Auf- und Absteiger
Probleme und die Zukunft

Der MSV spielte eine sehr durchwachsene Hinrunde. Hier die Auf- und Absteiger der "Zebras".

Aufsteiger

Trotz des bisher dürftigen Abschneidens in der Hinrunde haben sich gleich vier „Zebras“ in den Fokus gespielt, mit denen man zu Saisonbeginn nicht unbedingt gerechnet hat. Neben Torhüter Marcel Herzog sind es vor allem Neuzugang Cedrick Makiadi, Shooting-Star Olcay Sahan und Außenbahnmotor Olivier Veigneau.

Marcel Herzog nutzte seine Chance (Foto: firo).

Herzog nutzte die Verletzungspause Tom Starkes aus, um ordentlichen Eigenwerbung zu betreiben. Der Schweizer sorgte mit tollen Paraden dafür, dass der MSV eine der besten Defensiven der Liga hat. Zwar musste er in neun Spielen zwölf Mal hinter sich greifen, wurde aber wie beim 3:4 in Fürth von der Abwehr allein gelassen.

Veigneau war indes der Gewinner auf der linken Seite. Der Flankenläufer räumte hinten ab und sorgte nach vorne für Entlastung.

Makiadi ist nicht nur wegen seiner acht Tore und sechs Assists der beste Duisburger. Auch abseits des Feldes genießt er einen hohen Stellenwert im Team und hat von Beginn an Verantwortung übernommen. Eine unverzichtbare Stütze des MSV.

Sahan hatte derweil niemand auf dem Plan. Der Youngster hat mit seiner unbekümmerten Art für frischen Wind gesorgt.

Absteiger

Serge Branco, Fernando Avalos, Mounir Chaftar, Valentine Atem und Ibrahim Salou. Das Quintett hat es nie geschafft, die Erwartungen in Duisburg zu erfüllen. Während die Abgänge der vier Erstgenannten auch schon fest stehen, ist Salous Zukunft noch nicht entschieden.

Im Sturm drückt der Schuh. Auch Valentine Atem enttäuschte (Foto: firo).

Fest steht aber, dass der Stürmer, der mit ordentlich Vorschusslorbeeren bedacht an die Wedau kam, seine Qualitäten nicht einmal gezeigt hat. Zwar legte ihn eine Muskelverletzung lange auf Eis, doch selbst beim separaten Torschusstraining mit Co-Trainer Heiko Scholz ballerte er mehr daneben als seinem Beruf, dem Torschießen, nachzugehen.

Enttäuschend ist sicherlich auch der Auftritt von Mihai Tararache. Der Routinier schaffte es erst zum Hinrundenschluss, ansatzweise an seine guten Erstliga-Leistungen anzuknüpfen. Doch nach einem Abstieg und mit einer völlig neuformierten, jungen Mannschaft darf man von so einem erfahrenen Haudegen sicherlich mehr erwarten.

Problem

Neben der harmlosen Offensivabteilung und den enttäuschenden Standards bereitet besonders die Heimschwäche Sorgen. Nur drei Mal durften die Fans einen Sieg bejubeln - lediglich die Kellerkinder aus Wehen und Frankfurt haben mit jeweils zwei Dreiern weniger Heimerfolge verbucht. Die Heimschwäche lag vor allem am Jahresausklang, denn aus den letzten vier Partien an der Wedau holte Duisburg nur zwei Pünktchen. In den ersten vier Begegnungen waren es immerhin zehn von möglichen zwölf Zählern.

Und da kommt wieder die lahmende Abteilung Attacke ins Spiel. Trafen die Stürmer in den ersten vier Heimspielen satte 13 Mal ins Schwarze, so war es in den letzten vier Duellen nur noch ein Treffer. Außerdem ging der MSV in den ersten fünf Partien immer mit 1:0 in Führung. Danach gelang aber kein Erfolgserlebnis mehr in der Arena.

Zudem gibt dem MSV eine Führung nicht unbedingt Sicherheit. Gegen St. Pauli wurde ein 1:0 (1:2) verspielt, in Fürth sogar ein 3:1 (3:4). In Rückstand darf Duisburg aber auch nicht geraten, denn nach einem 0:1 (sechs Mal) folgten lediglich zwei Remis und vier Pleiten. Mitverantwortlich ist die rechte Abwehrseite. Denn während auf Links mit Veigneau Konstanz herrschte, war die andere Flanke mit Branco, Willi oder Bodzek immer unterschiedlich besetzt. So ist auch zu erklären, dass der MSV überdurchschnittlich viele Gegentreffer, nämlich sieben, nach hohen Pässen über die rechte Seite einstecken musste.

Und es gibt einen weiteren Punkt, der ausgemerzt werden muss. Denn Duisburg ist nach dem FC St. Pauli das unfairste Team der Liga. 38 Gelbe und eine Ampelkarte sowie zwei rote Kartons stehen zu Buche. Auffallend: Alle drei Platzverweise kassierte der MSV in der heimischen Arena und konnte danach nicht mehr gewinnen (Branco flog beim 1:2 gegen St. Pauli, Christ beim 0:1 gegen Ahlen und Avalos beim 2:2 gegen Rostock).

Für Neururer gibt es also einige Baustellen, die er in der Vorbereitung angehen und lösen muss, damit der MSV positiver in die Zukunft schauen kann.

Zukunft

Neururer hat mit der Kaderreduzierung schon einmal die Basis für konstruktives Arbeiten gelegt. Denn die Mannschaft war in der Hinrunde einfach zu groß. Mit 31 Mann auf dem Trainingsplatz ist es kaum möglich, Standardsituationen einzustudieren oder taktische Vorgaben zu üben. Außerdem ist damit wohl auch die hohe Fluktuation beendet, denn der MSV setzte in den ersten 17 Begegnungen unglaubliche 27 Akteure ein. Zusammen mit dem 1. FC Nürnberg ist das Ligaspitze.

Kann Peter Neururer das Ruder rumreißen (Foto: firo)?

Dort wollen die „Zebras“ ja auch am Saisonende stehen. Doch es wird schwer, die Aufholjagd erfolgreich zu gestalten. Hoffenheim hat es in der letzten Saison zwar geschafft, einen Elf-Punkte-Rückstand zum Winter noch aufzuholen, doch dafür scheint der MSV noch nicht reif genug zu sein.

Alles hängt nun davon ab, ob es Neururer schafft, die immer noch herrschende Verunsicherung aus den Köpfen der Akteure zu treiben. Zudem muss sich endlich eine Hierarchie in der Mannschaft entwickeln. Die Routiniers Grlic und Tararache müssen noch mehr Verantwortung auf ihre Schultern und die jungen Spieler an die Hand nehmen. Denn von den Talenten wie Sahan oder Wagner kann man nicht erwarten, dass sie für den Aufstieg sorgen.

Außerdem geht kein Weg daran vorbei, dass die Offensive endlich durchschlagskräftiger werden muss und die Standards wieder ihre altbekannte Gefährlichkeit erhalten und nicht bereits im Ansatz verpuffen.

Klappen diese Vorhaben, und baut der MSV die Arena wieder zu einer echten Festung aus, dürfen die Fans sicherlich noch vom sofortigen Wiederaufstieg träumen. Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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