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BVB-Hinrunden-Einzelkritik: Kehl nach schwachem Start Notenbester
Federico-Abgang konsequent

Der Aufschwung des BVB in der Tabelle kommt nicht von ungefähr, wie der Blick auf die ausführliche Einzelkritik der Borussen-Profis beweist.

Neven Subotic (17 Einsätze; davon 17 benotet; Durchschnittsnote: 3,1): Der frühere Mainzer avancierte beim BVB zum Shooting-Star der Hinrunde und entfachte mit seinen starken Leistungen sogar eine Debatte darüber, ob er nicht in die deutsche Nationalmannschaft gehört - obwohl er gar keinen deutschen Pass besitzt. Nicht nur defensiv überzeugte der Youngster zumeist durch seine unaufgeregte Art und gute Zweikampfführung, auch in der Offensive setzte er Akzente: Mit fünf Treffern ist er Dortmunds bester Torschütze.

Sebastian Kehl (13; 12; 2,8): Der BVB-Kapitän hat sich nach schwachem Start von Spiel zu Spiel seiner alten Form angenähert und glänzte ab Hinrundenmitte als „Sechser“ von internationalem Format. Eine Sprunggelenksstauchung stoppte ihn jedoch in den letzten Spielen.

Mats Hummels (12; 12; 2,9): Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Subotic bildete die Bayern-Leihgabe eine zumeist souverän agierende und sicher stehende Innenverteidigung und legte damit den Grundstock für den Aufschwung der Borussia. Als Stammspieler ist er nicht mehr wegzudenken, seine Weiterverpflichtung genießt daher oberste Priorität bei den kommenden Transferplanungen.

Jakub „Kuba“ Blaszczykowski (17; 16; 3,1): Neben Subotic ist der Pole wohl der BVB-Gewinner der Hinrunde. Von Klopp zunächst im rechten Mittelfeld gebracht, entwickelte er sich im Verlauf der Halbserie zur hängenden Spitze und sorgte über seine Seite regelmäßig für ordentlich Wirbel. Allein an seiner Effektivität muss der Nationalspieler noch arbeiten, ein Tor und fünf Vorlagen sind für einen Stürmer, als den man ihn jetzt betrachten muss, zu wenig.

Roman Weidenfeller (15; 15; 3,1): Nachdem sich der Keeper direkt im ersten Spiel gegen Leverkusen am Oberschenkel verletzte, brauchte er einige Zeit, um wieder in Tritt zu kommen. Patzer gegen Bochum oder Bremen waren die Folge. Zum Ende der Hinrunde steigerte sich der Schlussmann jedoch und hielt seinen Kasten 498 Minuten sauber, bevor ihn Gladbachs Johannes van den Bergh überwand. Der Lohn: ein neuer Vertrag bis 2011.

Young-Pyo Lee (13; 13; 3,1): Aus dem Nichts zauberte BVB-Sportdirektor Michael Zorc den technisch versierten und extrem souverän agierenden Südkoreaner als Dede-Ersatz aus dem Hut. Der Linksverteidiger erwies sich dabei als Volltreffer, der seine Hauptaufgaben grundsolide erfüllt. Einzig in der Offensive fehlt es ihm zuweilen an Entschlussfreude und Effektivität.

Nelson Valdez (12; 11; 3,1): Es ist schon erstaunlich, wie sehr das Ansehen des Paraguayers beim BVB in den letzten Monaten gestiegen ist. Zwar ist seine Quote von zwei Saisontreffern und zwei Vorlagen noch immer weit davon entfernt, die eines Topstürmers zu sein. Mit seiner läuferischen Leistung und seinem Einsatz passt er jedoch perfekt in Klopps System.

Tamas Hajnal (14; 14; 3,3): Genau wie Subotic schlug auch der frühere Karslruher auf Anhieb ein und hat sich zu dem Regisseur entwickelt, den man sich von ihm erhofft hatte. Nachdem ihn Klopp von der ungeliebten „Sechser“-Position in den Rauten-Kopf verschoben hatte, stimmten die Leistungen über weite Strecken, auch wenn ihm zum Ende etwas die Luft auszugehen schien. Drei Tore und sechs Vorlagen können sich dennoch sehen lassen.

Mohamed Zidan (13; 11; 3,4): Der Ägypter hatte es zu Beginn nicht leicht beim BVB, weil er permanent mit Mladen Petric verglichen wurde. Die Folge: Er agierte unruhig und traf nicht. Das änderte sich jedoch zum Hinrundenende merklich. Seine Quote reicht zwar nicht an die von Petric heran, seine aufsteigende Form macht jedoch Hoffnung, dass zu seinen vier Treffern noch einige hinzukommen.

Florian Kringe (17; 17; 3,5): Auch unter Jürgen Klopp behauptete der Ur-Borusse seinen Stammplatz im Mittelfeld, obwohl er dort gewohnte Schwächen zeigte. Nach einem starken Start in die Saison fiel er gegen Mitte der Hinserie in ein kleines Loch. Mangels Alternativen blieb er jedoch in der Startelf und rechtfertigte seine Aufstellung zumindest immer mit einer tadellosen kämpferischen Einstellung.

Tinga (14; 13; 3,5): Der Brasilianer konnte nicht an die starken Leistungen der Vorsaison anknüpfen, auch, weil ihm in der Vorbereitung eine Knie-Verletzung lange außer Gefecht setzte. Dennoch blieb er auch unter Klopp Stammspieler im Mittelfeld, obwohl es auch der frühere Mainzer nicht schaffte, ihm seine taktischen Aufgaben zu verinnerlichen. Noch immer ist Tinga überall zu finden, und vernachlässigt dabei mitunter seine eigentliche Position.

Alexander Frei (12; 8; 3,8): Es war nicht die Hinrunde des Schweizers, der zwar vier Treffer schoss (davon zwei Elfmeter), aber dennoch nicht die Leistungen bringen konnte, die von ihm erwartet werden. Aufgrund seiner Spielart passt er allerdings auch nicht in Klopps Konzept eines „jagenden Stürmers“.

Auf weniger als die Hälfte aller möglichen benoteten Einsätze kamen:

Marc Ziegler (3; 3; 3,0): Bewies bei seinen Einsätzen, dass er eine verlässliche Nummer zwei ist.

Felipe Santana (6; 3; 3,0): Aufgrund seiner Statur und seinen Trainingsleistungen schon mit dem Etikett „Fehleinkauf“ beklebt, machte er durch starke Auftritte (schon drei Saisontreffer) von sich reden.

Robert Kovac (4; 4; 3,3): Stark verbessert im Vergleich zum Vorjahr, dennoch nur noch Innenverteidiger Nummer vier.

Marcel Schmelzer (9; 8; 3,4): Kam aus dem Amateurkader und bewies sein Talent bei seinen Auftritten auf der linken Seite.

Patrick Owomoyela (10; 8; 3,5): Von vielen aufgrund zahlreicher Verletzungen schon als Fehleinkauf abgestempelt, entwickelte sich der Rechtsverteidiger unter Klopp zum Stammspieler, der mit seiner Routine punkten konnte.

Marc-André Kruska (2; 2; 3,5): Wurde zuletzt nicht mal mehr eingesetzt, wenn Kehl verletzt war. Dürfte es unter Klopp auch in der Rückrunde schwer haben.

Nuri Sahin (9; 5; 3,8): Erwischte keinen guten Start und zeigte alte Mängel (Schnelligkeit, Laufstärke), steigerte sich aber zuletzt.

Antonio Rukavina (5; 5; 3,8): Der große Verlierer der Hinrunde. Spielte zunächst schwach und schließlich keine Rolle mehr. Steht vor dem Absprung, wenn sich ein Interessent findet.

Diego Klimowicz (10; 3; 4,0): Als Joker nach wie vor verlässlich, dennoch ohne Zukunft beim BVB.

Bajram Sadrijaj (3; 1; 5,0): Der Sprung von der fünften in die Erste Liga hinterließ Spuren, trotzdem verfügt der Stürmer über Potenzial.

Giovanni Federico (2; 1; 5,0): Spielte unter Klopp keine Rolle mehr und durfte nur bei der Niederlage in Hoffenheim längere Zeit ran. Seine „Flucht“ zurück nach Karlsruhe war folgerichtig.

Nicht benotet wurde Leonardo Dede (ein Kurzeinsatz).

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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