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Füchse Duisburg: 1:4-Heimpleite gegen Hannover Scorpions
Trotzreaktion und Debakel bleiben aus

Es war das Duell David gegen Goliath. Nach den Chaos-Tagen bei den Füchsen Duisburg kam nun auch noch ausgerechnet Spitzenreiter Hannover Scorpions in die Scania-Arena. Einige Wettanbieter nahmen sogar kurzfristig die Partie aus dem Programm. Doch nicht nur den Wettanbietern schwante Böses.

Zunächst hielten die Vielgescholtenen jedoch ganz ordentlich mit. Gute siebeneinhalb Minuten, um genau zu sein. Dann zerschmetterte Eric Schneider das fragile Gebilde Hoffnung. Wenngleich die Truppe von Ex-Nationaltrainer und „Alpenvulkan“ Hans Zach auch in der Folge demonstrierte, wie Eishockey mit erkennbarem System, bärenstarker Defensive und brandgefährlichen Vorstößen aussehen kann – die Hausherren bekamen ihre Chancen. Michal Sup hatte so eine (14.) oder Steve Palmer (16.). Zählbares? Fehlanzeige. Dafür leistete sich Cameron Mann, von dem man sich erzählt, dass er einst in der NHL spielte, 23 Sekunden vor Ende des ersten Drittels ein mittelschweres Katastrophenzuspiel: Genau in den Schläger von Schneider, der scheiterte noch an Masalskis, Matt Dzieduszyski machte dafür im Nachschuss den Deckel drauf. 19 Sekunden vor der Drittelsirene das 0:2. Ein Genickschlag, doch noch nicht der Todesstoß.

Denn die Niedersachsen schwächten sich im nächsten Durchgang selbst, gerieten in doppelte Unterzahl. Was machten die Duisburger draus? Ein Pfostenschuss von Jan Alinc, immerhin. Man ist genügsam geworden, das treibt bisweilen bizarre Blüten. Jedenfalls wurde die 5:0-Führung der Kassel Huskies, dem einzigen Team, das noch so etwas wie in Reichweite ist, eifrig beklatscht. Immerhin spielten die gegen die Krefeld Pinguine und wann konnte man als Duisburger das letzte Mal über den Rheinrivalen spotten?

Doch damit noch nicht genug der "Herrlichkeit". Spielminute 33: Jan Alinc mit dem Nachweis, dass tatsächlich zwei Tore aufgestellt wurden – das 1:2. Ein „Willi Mühlenhaus“-Sprechchor für den Interimscoach, für den zweiten reichte kaum die Zeit. Handgestoppte 37 Sekunden später antworteten die Gäste – das 3:1 durch den bestechenden Adam Mitchell. Der Rest des Spiels verlief dann, wie Spiele zu diesem Zeitpunkt eben so laufen. Die einen haben Play-offs vor der Brust und müssen nicht mehr, über das Leistungspotenzial der anderen ist alles gesagt.

Also ließen die Hannoveraner es auch im letzten Abschnitt recht gemächlich angehen. Dass Dzieduszyski nicht nur einen komplizierten Namen hat, sondern auch ganz passabel Eishockey spielen kann, wollte dieser im letzten Abschnitt allerdings noch einmal unterstrichen wissen und legte seinen zweiten Treffer nach. Referee Daniel Piechaczek bemühte zwar noch den Videobeweis, konnte aber auch dort nichts Regelwidriges feststellen.

Fortan wurde nur noch Eishockey gespielt, weil das Regelwerk für ein Match nun mal Minimum 60 Minuten vorsieht. Vielleicht die Höchststrafe, dass die Scorpions nicht einmal mehr wirklich ernst machten. Das Debakel blieb aus, die Trotzreaktion ebenfalls. Und unterm Strich steht eine blutleere Interpretation von Eishockey einiger Bald-Arbeitsloser Profis im Assessment-Center DEL. Interessenten für die „Cracks“ werden EVD-Boss Ralf Pape wohl nach wie vor nicht die Tür einrennen, am Montag will der „Big Boss“ verkünden, wer das Himmelfahrtskommando an der Füchse-Bande übernehmen soll. Vorerst bis Saisonende, was dann folgt, weiß so richtig wohl noch nicht mal Pape selbst.

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